SpOn 24.05.2026
06:56 Uhr

USA-Iran-Abkommen: Das soll im Deal stehen


Die Straße von Hormus wird geöffnet, Iran darf wieder Öl verkaufen – das sieht laut US-Medienberichten der Deal vor, den die USA und Iran schon bald abschließen könnten. Auch für das Atomprogramm in Iran deutet sich eine Lösung an.

USA-Iran-Abkommen: Das soll im Deal stehen

Immer wieder hatte US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Wochen von einem bevorstehenden Deal mit Iran gesprochen. Seine letzte Prognose, eine Einigung sei »weitgehend ausgehandelt«, wird von aktuellen Berichten unterfüttert, die jetzt Details des möglichen Abkommens veröffentlichen. Das Portal »Axios« schreibt , es sehe

  • eine 60-tägige Verlängerung der Waffenruhe vor. Andere Quellen nennen eine Dauer von 30 bis 60 Tagen.

  • Während dieser Zeit solle die Straße von Hormus wieder geöffnet werden

  • und Iran dürfe Öl verkaufen.

  • Die Waffenruhe solle für Verhandlungen über eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms genutzt werden, zitiert das Portal einen US-Beamten.

  • Offenbar sieht das Abkommen auch vor, dass 25 Milliarden US-Dollar an im Ausland eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigegeben werden.

Straßenszene in Teheran (12. Mai)

Straßenszene in Teheran (12. Mai)

Foto: Anadolu Agency / IMAGO

Ein iranischer Militärsprecher betonte auf X, dass Teheran auch im Falle eines Abkommens mit den USA weiterhin die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus behalten werde.

Die Meerenge werde »unter voller iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben«, hieß es. Die iranische Nachrichtenagentur Fars schrieb, Iran habe zwar zugestimmt, die Anzahl der passierenden Schiffe wieder auf das Vorkriegsniveau anzuheben. Dies bedeute jedoch keine Rückkehr zur »freien Durchfahrt« wie vor dem Krieg. Die Verwaltung der Meerenge sowie die Erteilung von Genehmigungen erfolge weiter durch die Islamische Republik Iran.

14-Punkte-Memorandum als erster Schritt

Trump selbst machte zunächst keine weiteren Angaben zum Inhalt des Abkommens. Irans Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei hatte am Samstagabend im Staatsfernsehen gesagt: »Derzeit befinden wir uns in der abschließenden Phase der Ausarbeitung eines Memorandums.« Im Mittelpunkt eines 14-Punkte-Memorandums stünden die Beendigung des Kriegs, die Straße von Hormus sowie die grundsätzliche Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte im Ausland.

Innerhalb der nächsten 30 bis 60 Tage sollen demnach weitere Details verhandelt werden, wozu auch der Streit über Irans Atomprogramm sowie der technische Prozess zur Aufhebung der Sanktionen gegen Iran gehörten.

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Die »New York Times« berichtet , Iran habe sich laut US-Beamten im Rahmen des Abkommens bereit erklärt, auf angereichertes Uran zu verzichten. Es sei aber noch nicht geklärt, wie genau Iran seine Bestände aufgeben werde. Die Details sollen offenbar in der kommenden Verhandlungsrunde zum iranischen Atomprogramm geklärt werden.

Die Atomfrage bleibt der größte Streitpunkt. Washington fordert, dass das Abkommen iranische Verpflichtungen für eine langfristige Aussetzung seines Atomprogramms sowie eine Zusage zur Übergabe hoch angereicherten Urans an die USA beinhaltet. Iran hatte diese Bedingungen bislang abgelehnt.

Kritik in den USA an Trump

»Ich bin zutiefst besorgt«, schrieb der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas auf X. Sollte das Ergebnis »ein iranisches Regime sein – weiterhin von Islamisten geführt, die ›Tod den USA‹ skandieren –, das nun Milliarden von Dollar erhält, Uran anreichern und Atomwaffen entwickeln kann und die Straße von Hormus effektiv kontrolliert, dann wäre dies ein desaströser Fehler.«

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Der Nahostexperte Thomas Juneau von der kanadischen Universität Ottawa schrieb auf X, zwar kenne man die Einzelheiten des anstehenden Abkommens bisher nicht und wisse auch nicht, ob es überhaupt zu einem solchen kommen werde. »Klar ist für mich jedoch, dass beide Seiten durch diesen Krieg Verluste erlitten haben, die USA aber mehr als Iran«, schrieb er.

Bisher keine Reaktion aus Israel

Der israelische Iranexperte Danny Citrinowicz schrieb in der Nacht auf X: »Man kann kaum überschätzen, wie sehr Benjamin Netanyahu diesen Moment als mögliche persönliche und politische Niederlage empfindet. Ein Abkommen zwischen den USA und Iran unter Trump wäre ein schwerer Schlag für ihn, vor allem diplomatisch, aber in erster Linie politisch.«

Netanyahus Überzeugung sei es gewesen, dass mehr militärische Stärke Iran entweder zur Unterwerfung zwingen oder die Führung destabilisieren würde, schrieb der Experte weiter. »Stattdessen ist das Ergebnis ein radikalisierterer, widerstandsfähigerer und gefährlicherer Iran, dem selbst Washington heute zögert, erneut militärisch entgegenzutreten.«

Netanyahu, der sich voraussichtlich in wenigen Monaten den Wählern stellen muss, reagierte in der Nacht zunächst nicht öffentlich auf Trumps Ankündigung.

hda/dpa