SpOn 10.10.2026
19:43 Uhr

Ukraine: Donald Trump verlangt neuen Präsidenten nach Diesel-Deal


US-Präsident Trump reagiert mit scharfen Worten auf Selenskyjs Kritik an seinem Diesel-Deal mit Putin: »Es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.«

Ukraine: Donald Trump verlangt neuen Präsidenten nach Diesel-Deal

US-Präsident Donald Trump hat eine Ablösung des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj und ein Ende der Angriffe auf russische Ölraffinerien gefordert. Es sei »an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt«, der bereit sei, den Krieg mit Russland zu beenden, sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Die Angriffe auf Ölraffinerien solle Selenskyj »verdammt noch mal« einstellen, so Trump weiter. Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Zuvor hatte Selenskyj Trump wegen dessen Diesel-Deal mit Moskau entschieden kritisiert.

Trump ist vor den US-Wahlen am 3. November innenpolitisch unter Druck geraten, weil die Dieselpreise infolge des von ihm begonnenen Irankriegs gestiegen sind. Deswegen hat Trump mit Russland vereinbart, 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung zu stellen. Dazu will Trump geltende Sanktionen gegen Russland außer Kraft setzen. Selenskyj hatte die Vereinbarung kritisiert, da sie Russland Mittel zur Kriegsfinanzierung verschaffe.

Zahlreiche Tote nach russischen Angriffen

In der Nacht auf Samstag sind bei erneuten russischen Angriffen im Südosten der Ukraine mindestens 20 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, 18 seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz mit.

»Russland bedankt sich für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abwirft«, sagte Selenskyj nach den Angriffen. Der ukrainische Staatschef forderte andere Signale und kündigte eine Reaktion auf die russischen Angriffe an. Die Nacht habe einmal mehr gezeigt, dass Russland nachlassenden Druck als Signal verstehe, weiter Krieg führen und Bomben auf Städte werfen zu können.

EU-Kritik – und Unterstützung für Kyjiw

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte infolge der erneuten Angriffe Trumps Diesel-Deal. »Bei russischen Angriffen sind innerhalb von zwei Tagen mehr als 80 ukrainische Zivilisten getötet worden. Zugleich hat Russland seine hybriden Angriffe gegen Europa verstärkt – sowohl gegen EU-Mitgliedstaaten als auch gegen Nato-Verbündete«, erklärte Kallas. Das Aussetzen von Sanktionen gegen russische Diesellieferungen verschaffe Moskau zusätzliche Einnahmen, um seinen Krieg zu finanzieren.

Kallas betonte, die EU werde den Druck auf Russland nicht verringern. An diesem Montag wollten die EU-Außenminister so viele neue Personen und Organisationen wegen ihrer Unterstützung für Russlands Kriegsmaschinerie sanktionieren wie noch nie seit Kriegsbeginn.

Moskau reagierte verächtlich auf Kallas' Kritik: »Plutarch sagte: ›piscis primum a capite foetat‹ – der Fisch fängt am Kopf an zu stinken«, sagte Russlands Außenamtssprecherin Marija Sacharowa der Staatsagentur Tass. »Heutzutage gibt es eine Fortsetzung dieser Weisheit: und die EU – bei Kallas.«

Britischer Premier: »Uneingeschränkte Solidarität«

Nach dem Schlagabtausch zwischen Selenskyj und Trump stellte sich auch der britische Premierminister Andy Burnham hinter Selenskyj. Burnham telefonierte nach Angaben seines Büros am Samstag mit Selenskyj und bekundete seine »uneingeschränkte Solidarität«. Die vergangenen 24 Stunden seien für die Ukraine »schwierig gewesen«, sagte Burnham demnach.

Burnham und Selenskyj sprachen den Angaben zufolge auch darüber, wie wichtig es sei, »den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten«. Der britische Premier habe in dem Telefonat klargestellt, dass Großbritannien »seine Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen und zusätzliche Maßnahmen ergreifen wird, um die russische Kriegsmaschinerie zu schwächen«.

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Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte am Samstag im Onlinedienst X, Selenskyj habe »die Unterstützung des ukrainischen Volkes« und die Menschen in der Ukraine hätten »das Recht zu entscheiden«. »Äußerungen aus dem Ausland bestätigen nur, dass er seine Arbeit gut macht«, fügte Sybiha. »Er verdient Unterstützung.«

msh/AFP/AP/Reuters/dpa