SpOn 09.09.2026
18:24 Uhr

Ukraine: Mutter berichtet vom Tod ihres Sohnes durch russischen Angriff


Am 20. August trafen russische Raketen und Drohnen Kyjiw. Mindestens 17 Menschen kamen ums Leben, darunter der 29-jährige Yevhenii Ionov. Seine Mutter hatte bis zuletzt auf seine Rettung gehofft.

Ukraine: Mutter berichtet vom Tod ihres Sohnes durch russischen Angriff

Olena Stohina, Mutter: »Mama ist da, warte kurz. Mama ist da. Er steckte dort fest und kam nicht raus.«

Am 20. August, als russische Raketen und Drohnen Kyjiw trafen, kamen mindestens 17 Menschen ums Leben. Einer von ihnen war der 29-jährige Yevhenii Ionov. Seine Mutter Olena Stohina ist eine von vielen trauernden Müttern in der Ukraine. Sie wartete vor dem brennenden Haus, in dem ihr Sohn gewohnt hat und hoffte, die Rettungskräfte würden ihn erreichen können.

Olena Stohina, Mutter: "Während mein Kind drinnen verbrannte, filmte ich, weil ich dachte, sie würden ihn retten"

Im Juli sind durch russische Angriffe so viele ukrainische Zivilisten binnen eines Monats ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht. Mindestens 437 Menschen seien dabei in der Ukraine getötet worden. 2610 Zivilisten wurden verletzt, heißt es von der Uno-Menschenrechtsbeobachtermission. Das ist die höchste Opferzahl seit Mai 2022.

Situativ, Ruslan Kerimov, Kindheitsfreund: »Danke, dass ihr uns einen Mann wie Yevhen geschenkt habt. Er war wirklich aufrichtig, authentisch und bodenständig. Wir werden ihn immer in Erinnerung behalten.«

Olena Stohina, Mutter: »Erinnert euch bitte an ihn.«

Ruslan Kerimov, Kindheitsfreund: »Wir werden ihn niemals vergessen.«

Als Stohina Essen an das Grab ihres Sohnes legt, erzählt sie von einem Ritual, dass sie hatten, um im Kontakt zu bleiben.

Olena Stohina, Mutter: »Er und ich gingen immer zum Frühstück zu McDonald’s. Wir waren sogar erst kürzlich mit Oma dort. Ich liebte die Hash Browns und er den Double Cheeseburger.«

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in den fast viereinhalb Jahren des Krieges mehr als 16.000 Zivilisten getötet.

Olena Stohina, Mutter: »Egal, welche Nachrichten man hörte – aus Israel, dem Irak oder dem Iran –, man hörte einfach zu und schlief ein, weil es so weit weg war. Selbst die Nachrichten über Georgien waren nur das: ein paar Statistiken. Jetzt sind auch wir leider zu einer dieser Statistiken geworden.«

Mehr zum Thema