Zunächst war von 16 Menschen die Rede gewesen, die durch die stundenlangen Angriffe der russischen Armee auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht zum Donnerstag ums Leben gekommen waren. Doch inzwischen musste diese Zahl nach oben korrigiert werden.
Unter den inzwischen 21 Toten seien drei Kinder, teilte der staatliche Katastrophenschutz am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Einsatzkräfte durchsuchten Trümmer eines Gebäudes im Stadtteil Darnytskyji weiter nach Opfern.
Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte Moskau mehr als 675 Angriffsdrohnen gestartet und feuerte 56 Raketen ab. Demnach wurden auch Städte im Süden und Osten getroffen.
Der ukrainische Präsident forderte zudem schmerzhaftere Sanktionen gegen Russland. In ein Gebäude in Kyjiw sei ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 eingeschlagen, der im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf vorläufige Angaben. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe.
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Selenskyj hatte zuvor die Hoffnung geäußert, dass US-Präsident Donald Trump auf China einwirken möge, damit die Volksrepublik ihre Unterstützung für den russischen Angriffskrieg beendet. Davon ist nach dem ersten Tag des Treffens in Peking keine Rede gewesen.
Mit den massiven Angriffen wollte Moskau den Druck auf die Ukraine erhöhen, sich auf die russischen Bedingungen für Friedensverhandlungen einzulassen.
Dauerbeschuss nach drei Tagen der Feuerpause
Die heftigen russischen Attacken folgten auf drei Tage Waffenruhe von Samstag bis Montag. Der russische Präsident Wladimir Putin konnte in dieser Zeit zwar ungestört eine Parade zum Weltkriegsgedenken abhalten, war aber abhängig davon, dass die USA die Feuerpause vermittelt hatten und die Ukrainer danach tatsächlich stillhielten.
Am Dienstag ließ Putin demonstrativ seine Militärs von einem gelungenen Test der neuen russischen Atomrakete RS-28 Sarmat berichten. Sie solle Ende des Jahres in Dauereinsatz gehen, sagte er. Allerdings ist die angebliche Einsatzbereitschaft dieses Raketentyps auch schon in früheren Jahren behauptet worden.
Der von Russland entfachte Ukrainekrieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.
