Die dringend benötigte Stromversorgung des frontnahen ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte. Dies sei ein entscheidender Schritt, um einen Atomunfall zu verhindern, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi.
Auch der russische Staatskonzern Rosatom erklärte, das AKW sei wieder an die externe Stromversorgung angeschlossen. Der Strom fließe über die Ferosplawna-Leitung und die Anlage arbeite normal, teilte das Unternehmen mit.
In a crucial step to help prevent a nuclear accident, the Zaporizhzhya NPP was re-connected to the electrical grid today following successful power line repairs carried out during an IAEA-brokered localized ceasefire, Director General @rafaelmgrossi says.
— IAEA - International Atomic Energy Agency ⚛️ (@iaeaorg) September 7, 2026
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Das von Russland besetzte Atomkraftwerk benötigt eine stabile Stromversorgung, um radioaktives Material zu kühlen. Die letzte verbleibende Stromleitung war am 20. August im Zuge von Kampfhandlungen beschädigt worden. Seitdem hatten Notstromgeneratoren für Energie gesorgt, doch der Diesel für diese Aggregate war in den vergangenen Tagen zur Neige gegangen. Ohne die Reparatur der Stromleitung hätte es in der Nuklearanlage zu einem Blackout kommen können, hieß es von der IAEA.
Das größte AKW Europas geriet bereits kurz nach Ausbruch des Ukrainekriegs unter russische Kontrolle. Die sechs Reaktoren sind derzeit abgeschaltet und produzieren keine Elektrizität. Vor dem Konflikt verfügte das Kraftwerk noch über zehn externe Stromleitungen, um unter anderem die Kühlsysteme zu versorgen.
Selenskyj hofft auf Verhandlungen noch vor dem Winter
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Am Wochenende hatten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Kremlherrscher Wladimir Putin die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen über eine mögliche Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kyjiw empfangen. Konkrete Ergebnisse wurden nicht genannt. Selenskyj berichtete lediglich von möglichen Wegen zur Deeskalation noch vor Einbruch und während des Winters (mehr dazu hier).
In einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal »Axios« sagte Selenskyj nun, er gehe dennoch davon aus, dass Moskau den Winter nutzen wolle, um die Ukraine weiter unter Druck zu setzen. »Russland denkt wirklich, dass ihnen dieser Winter helfen könnte, uns niederzuringen«, sagte Selenskyj. Damit solle Kyjiw gezwungen werden, mehr Bereitschaft zu Kompromissen zu zeigen. Er warnte, dass auch die Ukraine wirtschaftlichen Druck auf Russland ausüben könne: »Als sie unsere Stromversorgung angriffen, haben wir ihre Möglichkeiten zum Verkauf von Öl und Gas blockiert.«
Allerdings wolle die Ukraine den diplomatischen Verhandlungsprozess neu starten. »Wir haben den September und Oktober, um zu reden«, sagte Selenskyj. »Ohne Dialog kann es kein Ergebnis geben.« Er gehe davon aus, dass US-Präsident Donald Trump einen Weg finden werde, um den Verhandlungsprozess noch vor dem Winter zu starten.
Der ukrainische Präsident Selenskyj warnt: Am Himmel über Russland ist es gefährlich. Diese Warnung gilt neben anderen auch chinesischen Airlines, die nach wie vor durch russischen Luftraum fliegen. Wie sicher sind Flüge über Russland? Die Antwort gibt’s hier .
