Russland und die Ukraine haben jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht. Die Übergabe ist Teil einer Waffenruhe-Vereinbarung, auf die sich beide Seiten für das vergangene Wochenende verständigt hatten und die zuvor von US-Präsident Donald Trump verkündet worden war.
Während die Feuerpause einerseits die große Moskauer Militärparade zum russischen Weltkriegsgedenken am 9. Mai schützen sollte, hatte Trump dabei auch den Austausch von »1000 Gefangenen aus jedem Land« verkündet.
Mit dem ersten Austausch von rund einem Fünftel dieser Summe wird nun etwas zeitverzögert offenbar auch dieser Teil der Vereinbarung umgesetzt. Sowohl Russland als auch die Ukraine bestätigten den Austausch.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf X mit, es handele sich um den ersten Schritt der Vereinbarung. »Wir werden weiter um jeden kämpfen, der noch in Gefangenschaft ist.«
205 Ukrainians are home.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) May 15, 2026
Today, warriors of the Armed Forces of Ukraine, the National Guard, and the State Border Guard Service are returning from Russian captivity. This is the first stage of the 1,000-for-1,000 exchange.
Among those released are privates, sergeants, and… pic.twitter.com/nhw50vUfZ6
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Laut Selenskyj handelt es sich bei den freigelassenen Ukrainern um Gefreite, Unteroffiziere und Offiziere, die sich überwiegend seit 2022 in russischer Gefangenschaft befunden haben sollen. »Sie verteidigten die Ukraine in Mariupol und bei Asow-Stahl, in den Sektoren Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy und Kyjiw sowie im Kernkraftwerk Tschernobyl«, schrieb Selenskyj.
Russlands Verteidigungsministerium teilte mit, die heimkehrenden Soldaten seien auf dem Gebiet von Belarus. Es dankte den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung bei der Aktion.
Belarus als Übergabeort
In den mehr als vier Jahren des russischen Angriffskriegs haben beide Seiten bereits Tausende Gefangene ausgetauscht. Zuletzt fand dies immer an der Grenze zwischen der Ukraine und Belarus statt. Weil An- und Abtransport der Soldaten schwierig sind, sind auch früher größere Austausche in mehrere Etappen aufgeteilt worden.
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Der Krieg zwischen beiden Ländern läuft nach dem Ende der kurzen Waffenruhe mit neuer Intensität wieder an. Bei einem groß angelegten russischen Luftangriff auf Kyjiw ab Mittwoch wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 24 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt.
Die Ukraine attackierte ihrerseits Raffinerien in der russischen Stadt Rjasan. Bei dem Drohnenangriff sollen nach russischen Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und zwölf verletzt worden sein.

