SpOn 29.05.2026
03:22 Uhr

Vance meldet Fortschritte bei Iran-Gesprächen – doch Trump hat noch nicht zugestimmt


Ein 60-Tage-Plan liegt angeblich auf dem Tisch. Aber eine Einigung gibt es zwischen den USA und Iran laut JD Vance immer noch nicht. Derweil meldet Teheran den Abschuss eines US-Fluggeräts – das Pentagon widerspricht.

Vance meldet Fortschritte bei Iran-Gesprächen – doch Trump hat noch nicht zugestimmt

Die Verhandlungen für eine Lösung im Irankrieg laufen weiter, auch wenn die Angaben über den konkreten Stand der Gespräche immer mal wieder auseinandergehen. Gleiches gilt für aktuelle Aussagen beider Seiten über einen angeblichen Abschuss eines US-Fluggeräts.

Am Abend hatte Iran gemeldet, dass ein US-Flugobjekt nahe der Stadt Buscher zerstört worden sei. Diese Angabe beruht auf dem iranischen Staatsfernsehen unter Berufung auf den ‌örtlichen ​Behördenvertreter Masud Tangestani im Verwaltungsbezirk Dscham.

Aus den USA kam umgehend ein Dementi. »Es wurden keine US-Fluggeräte abgeschossen. Alle US-Luftfahrzeuge sind vollzählig«, ​teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom in ⁠der Nacht ⁠zum Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. In deutschen Agenturen war zunächst von einem angeblich abgeschossenen US-Flugzeug die Rede gewesen. Unklar war zunächst, ob sich die iranischen Angaben auf den Abschuss eines Flugzeugs oder einer Drohne bezogen.

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Als einer der wichtigsten Verhandler hat US-Vizepräsident JD Vance die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen Washington und Teheran genährt. Bei den Verhandlungen über eine Verlängerung des aktuellen Waffenstillstandes seien »viele Fortschritte« gemacht worden, sagte Vance am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten. Allerdings sei es noch nicht so weit, dass Präsident Donald Trump einer Absichtserklärung mit den bisherigen Ergebnissen zustimme.

»Es geht im Moment hin und her wegen einiger sprachlicher Details«, sagte Vance. Dabei steht den Angaben zufolge vor allem das iranische Atomprogramm im Fokus. »Hoffentlich werden wir weitere Fortschritte erzielen und der Präsident wird in der Lage sein, das Abkommen zu billigen.« So weit sei es aber noch nicht, fügte Vance hinzu: »Es ist schwer vorherzusagen, wann genau oder ob der Präsident unterschreiben wird.«

  • Das Regime in Teheran scheint gestärkt aus dem Konflikt mit den USA und Israel hervorzugehen. Doch die Wirtschaft liegt am Boden, die Zahl der Hinrichtungen steigt. Und immer mehr Frauen zeigen sich ohne Kopftuch auf der Straße. Mehr dazu hier .

Bei den Verhandlungen haben sich die Vertreter beider Seiten US-Kreisen zufolge inzwischen auf einen Rahmen für weitere Verhandlungen verständigt. Die vorläufige Einigung sieht nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vor. Erstmals seit Kriegsbeginn Ende Februar wollen beide Seiten zudem wieder vertieft über das iranische Atomprogramm verhandeln.

Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe. In dem Rahmenabkommen soll auch festgehalten werden, dass der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon enden solle.

USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran

US-Präsident Trump hält die Verhandlungsergebnisse den Angaben zufolge noch nicht für ausreichend. Auch Iran wies Gerüchte über eine Einigung zurück. Das berichtete die den Revolutionswächtern nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim am Abend unter Berufung auf eine dem Verhandlungsteam nahestehende Quelle. Teheran habe den pakistanischen Vermittler nicht darüber informiert, dass der Text fertiggestellt sei.

Man werde sowohl den Vermittler als auch die Öffentlichkeit benachrichtigen, sobald er fertiggestellt sei, teilte die Quelle laut Tasnim weiter mit. Sie fügte hinzu, dass Berichte westlicher Medien, wonach das Abkommen bereits abgeschlossen sei und nur noch auf Bekanntgabe durch beide Seiten warte, falsch seien.

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Derweil verhängen die USA neue Sanktionen gegen den iranischen Ölhandel. Das US-Finanzministerium belegt ​acht Schiffe mit Strafmaßnahmen, die iranisches Rohöl und Erdölprodukte auf die Weltmärkte transportieren. »Wir werden der iranischen Regierung nicht erlauben, ihre Öleinnahmen zur Wiederherstellung ihrer Streitkräfte und militärischen Fähigkeiten zu erhöhen«, erklärte Finanzminister Scott Bessent. Zudem werden mehr als 15 weitere Unternehmen sanktioniert, darunter Firmen in ‌Hongkong und Dubai.

US-Präsident Trump ist auf regionale Partner angewiesen, wenn seine Verhandlungen mit Iran Erfolg haben sollen. Nun verstört er mit verschiedenen Aussagen nicht nur Oman – und könnte einen Deal so weiter gefährden. Mehr dazu hier .

jok/AFP