SpOn 28.05.2026
04:46 Uhr

Viersen in Nordrhein-Westfalen: Dritter tödlicher Unfall an Bahnübergang in in einem Jahr


Wieder ein Personenzug, wieder war die Schranke zu: In Viersen ist ein Mann beim Überqueren von Bahngleisen ums Leben gekommen. Es ist nicht der erste Vorfall an diesem Ort.

Viersen in Nordrhein-Westfalen: Dritter tödlicher Unfall an Bahnübergang in in einem Jahr

An einem halb beschrankten Bahnübergang in Viersen (Nordrhein-Westfalen) hat es binnen eines Jahres den dritten tödlichen Unfall mit Passanten gegeben. Am Mittwochmittag habe nach derzeitigem Ermittlungsstand ein 61-Jähriger den Übergang zu Fuß überquert und sei ebenso wie sein Hund von einem Personenzug erfasst worden, teilte die Polizei mit. Der Mann aus Grefrath starb.

Der Lokführer wurde von einem Notfallseelsorger betreut. Die etwa 150 Fahrgäste leitete die Feuerwehr in Busse. Ein weiterer Personenzug, der in entgegengesetzter Richtung unterwegs war und nicht am Unfall beteiligt war, musste nach Anrath zurückfahren. Der Bahnverkehr wurde vorübergehend eingestellt.

Am gleichen Bahnübergang waren im vergangenen Sommer bereits zwei Menschen tödlich verletzt worden: Im Juni wurde eine 88 Jahre alte Fahrradfahrerin von einem Zug erfasst. Die Polizei vermutete laut damaliger Mitteilung, dass die Frau den zweigleisigen Bahnübergang nutzen wollte, obwohl die Halbschranke geschlossen war. Ein Polizeisprecher sprach von einem »tragischen Unfall«.

Unklar, warum dieser Übergang so gefährlich ist

Im August kam ein 65-Jähriger ums Leben. Auch der Mann habe wahrscheinlich versucht, den Bahnübergang zu überqueren, obwohl die Halbschranke geschlossen war, teilte die Polizei damals mit. Demnach war der 65-Jährige mit einem Rad unterwegs, das er schob. Er wurde ebenfalls von einem Personenzug erfasst. Warum es ausgerechnet an diesem Bahnübergang immer wieder Vorfälle gibt, ist noch unklar.

In Deutschland kommt es immer wieder zu schweren Unglücken an Bahnübergängen, teils trotz Beschrankung. So wurde erst vor zwei Wochen ein vierjähriges Mädchen getötet, als es mit seinem Laufrad einen Bahnübergang am Bodensee überquerte und von einem Zug erfasst wurde.

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Das Kind sei am 9. Mai gegen 19.30 Uhr über den Bahnübergang in der Ortsmitte von Sipplingen gefahren, als die Schranken bereits geschlossen waren, teilte die Polizei mit. Ein Regionalexpress erfasste das Kind trotz Notbremsung. Die Vierjährige wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Dort starb das Mädchen in der Nacht an seinen Verletzungen.

jok/dpa