SpOn 22.05.2026
18:15 Uhr

Élysée-Palast in Frankreich: Finanzfahnder durchsuchen Amtssitz von Emmanuel Macron


Ging bei Feiern in der Ruhmeshalle Panthéon in Paris alles mit rechten Dingen zu? Fahnder haben den Präsidentensitz nun durchsucht. Der Verdacht von jahrelanger Bevorzugung eines Anbieters steht im Raum.

Élysée-Palast in Frankreich: Finanzfahnder durchsuchen Amtssitz von Emmanuel Macron

Französische Finanzfahnder haben den Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron, den Élysée-Palast, durchsucht. Zu dem Einsatz sei es am Donnerstag im Rahmen von Ermittlungen zur Vergabe von Zeremonien für die Aufnahme von Menschen in den Ruhmestempel Panthéon gekommen, teilte die Finanzstaatsanwaltschaft mit. Die Durchsuchung sei vorab mit dem Élysée-Palast abgestimmt worden.

Als die Finanzfahnder Ende April ein erstes Mal unangekündigt angerückt waren, war ihnen der Zugang zu den Dienststellen des Präsidialpalasts verwehrt worden. Zuletzt gab es im Rahmen von Ermittlungen 2008 und 2018 Durchsuchungen im Élysée-Palast.

Wurde ein Unternehmen bei Vergaben jahrelang bevorzugt?

Dem französischen Enthüllungs- und Satireblatt »Le Canard Enchaîné« und der Zeitung »Libération« zufolge wurden die Zeremonien 22 Jahre lang, von 2002 bis 2024, von ein und demselben Unternehmen organisiert.

Jede der Feierlichkeiten sei mit rund zwei Millionen Euro in Rechnung gestellt worden. Den Berichten zufolge wollen die Finanzfahnder herausfinden, ob das Unternehmen Unterstützung aus dem Élysée, dem Kulturministerium oder dem für die Vergabe zuständigen Zentrum für staatliche Monumente CMN erhalten haben könnte.

In dem ursprünglich als Kirche geplanten Panthéon werden seit der Französischen Revolution wichtige Vertreter des Landes wie Victor Hugo, Émile Zola, Voltaire oder Jean-Jacques Rousseau geehrt.

Mehr zum Thema

Der Bilderstreit in einer Pariser Banlieue zeigt, was bei der Präsidentschaftswahl 2027 auf dem Spiel steht: Linksradikale gegen Rechtsradikale – und für die Mitte bleibt kaum noch Platz. Lesen Sie hier mehr  über die Polarisierung in Frankreich.

aeh/dpa