Welt 19.08.2026
02:21 Uhr

21 Prozent für Union – CDU-Politiker Laumann wird bei Umfragewerten „angst und bange“


„Natürlich ist da eine Verunsicherung“, gesteht NRW-Arbeitsminister Laumann bei „Markus Lanz“ ein. Er glaube aber nicht, dass es an der Parteibasis großen Unmut über Merz gebe. Innenminister Dobrindt fordert ein Ende der Debatten über den Kanzler.

21 Prozent für Union – CDU-Politiker Laumann wird bei Umfragewerten „angst und bange“

CDU-Präsidiumsmitglied Karl-Josef Laumann sieht seine Partei in einer schwierigen Lage. „Natürlich sind Umfragen von 21, 22 Prozent CDU schlimm“, sagte der NRW-Arbeitsminister in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Bei einem solchen Wahlergebnis würde „einem ja angst und bange, auch für unser Land“. „Natürlich ist da eine Verunsicherung“, gestand Laumann ein. Man werde immer wieder klarstellen müssen, warum es gut sei, dass es die CDU gebe. Er glaube nicht, dass es an der Parteibasis großen Unmut über Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz gebe, sagte Laumann weiter. Es gebe aber sicher den Wunsch nach besserer Kommunikation. Merz steht unter anderem wegen schlechter Umfragewerte in der Kritik. Auch Spekulationen über einen „Kanzlertausch“ gab es deshalb bereits. Bis Weihnachten stünden keine einfachen Gesetze auf der Agenda, betonte Laumann. Man müsse das so hinbekommen, dass ein großer Teil der Bevölkerung sage, das sei alles in allem in Ordnung. Beim strittigen Thema der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren stellte sich der langjährige Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels hinter die Empfehlung der Rentenkommission, diese abzuschaffen. Zugleich mahnte Laumann aber auch einen starken Fokus auf jene an, die nicht bis zum regulären Rentenalter arbeiten könnten. Die Rentenkommission hatte auch empfohlen, dass Menschen im rentennahen Alter, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen ihren Beruf nicht mehr ausüben können, nach einer individuellen Gesundheitsprüfung früher in eine neue Schutzrente für langjährige Beitragszahler gehen dürfen. Laumann bezeichnete weitere Vorschläge der Kommission, wie die gesetzlich verpflichtende und paritätisch finanzierte Kapitalrente, als gut für Arbeitnehmer. „Das ist aus Sicht der Arbeitnehmerschaft ein Pfund“, sagte er. Auch dass sich die Rentenerhöhungen weiter an der Lohnentwicklung orientieren sollen, begrüßte Laumann. Dobrindt: Merz ist der Richtige zum richtigen Zeitpunkt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) rät unterdessen zu einem Ende der Debatten über Kanzler Merz (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article6a7d89e1a87e8142c31cea8d/cdu-landeschef-thering-klar-ist-aber-auch-friedrich-merz-muss-jetzt-liefern.html) . „Es braucht Durchhaltevermögen“, sagte er dem „Münchner Merkur“ vom Mittwoch. „Friedrich Merz ist die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt – mit seiner Erfahrung, seinem außenpolitischen Fokus und der Bereitschaft, Entscheidungen auch mal gegen Widerspruch im eigenen Laden durchzusetzen.“ „Im Herbst wird's viel Konzentration auf die Reformprojekte und gleichzeitig die notwendige Gelassenheit brauchen – beides hat er.“ Ihn erinnere das an die Lage zwischen 2005 und 2009, sagte Dobrindt, „als dringende, harte Reformen angepackt wurden, die sich erst Jahre später politisch ausgezahlt haben“.