Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“, auf dem das gefährliche Hantavirus ausgebrochen ist, ist am frühen Sonntagmorgen vor der Küste der spanischen Insel Teneriffa eingetroffen. Auf Fernsehbildern der Nachrichtenagentur Reuters war zu sehen, wie das Schiff in der Nähe des Hafens von Granadilla ankerte. Dort sollen die Passagiere und ein Teil der Besatzung unter hohen Sicherheitsvorkehrungen an Land gebracht werden. Der Einsatz zur Evakuierung soll den spanischen Behörden zufolge noch am Morgen beginnen. Zunächst sollen die Passagiere, die bislang keine Symptome zeigen, von spanischen Gesundheitsbehörden getestet werden. Anschließend werden sie in kleinen Booten an Land und von dort in isolierten Bussen zum nahegelegenen Flughafen gebracht, um in ihre Heimatländer zu fliegen. Spanische Staatsbürger sollen das Schiff als Erste verlassen. 30 Besatzungsmitglieder bleiben an Bord und sollen das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande steuern. Bei dem Ausbruch waren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) acht Menschen erkrankt, sechs davon nachweislich an dem Hantavirus. Drei der Erkrankten starben. Die europäische Gesundheitsbehörde stufte am späten Samstagabend vorsorglich alle Passagiere als Hochrisikokontakte ein. Für die Allgemeinheit schätzt die WHO das Risiko als gering ein, für die Menschen an Bord jedoch als moderat. Ursprung wirft Fragen auf Der Ursprung des Hantavirus-Ausbruchs liegt nach Einschätzung der örtlichen Behörden (verlinkt auf https://www.tierradelfuego.gob.ar/blog/2026/05/09/hantavirus-en-crucero-la-posibilidad-de-que-ese-contagio-se-haya-producido-aqui-es-practicamente-nula/) nicht in der argentinischen Provinz Tierra del Fuego (Feuerland). „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ansteckung hier erfolgte, liegt praktisch bei null“, sagte der Direktor für Epidemiologie im Gesundheitsministerium der Provinz im äußersten Süden des Landes, Juan Petrina. Die „Hondius“ war am 1. April von der Provinzhauptstadt Ushuaia aus in See gestochen. Später wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sechs bestätigte Hantavirus-Fälle (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69fe6a3ccd4a28c47002170e/atlantik-who-bestaetigt-sechs-hantavirus-faelle-nach-ausbruch-auf-kreuzfahrtschiff-hondius.html) und zwei Verdachtsfälle registriert. Drei dieser acht Personen starben. Wo sich die Menschen mit dem Virus infiziert haben, ist noch immer unklar. Wissenschaftler des argentinischen Forschungsinstituts Malbrán sollen in Ushuaia nun Nagetiere einfangen und auf das Virus untersuchen. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. Ein niederländisches Paar, das an der Infektion starb, war nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Tierra del Fuego nach einer monatelangen Reise durch ganz Argentinien, Chile und Uruguay am 29. März in Ushuaia eingetroffen und hatte sich am 1. April auf der „Hondius“ eingeschifft. Bereits am 6. April hätten sie erste Symptome gezeigt, die Inkubationszeit des Hantavirus betrage allerdings mindestens zwei bis drei Wochen. „Diese Zeiten passen nicht zu einer Ansteckung in Tierra del Fuego“, sagte Petrina. Zudem sei in der Provinz Feuerland seit Beginn der systematischen Erhebung vor 30 Jahren noch nie eine Hantavirus-Infektion registriert worden. In der benachbarten Provinz Santa Cruz sei der letzte Hantavirus-Fall vor sieben Jahren gemeldet worden.