Tennisspielerin Tamara Korpatsch hat bei den French Open (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article6a15918d3d0f13e93a0fec1a/french-open-17-jaehriger-schreibt-tennis-geschichte-medvedev-scheitert.html) ihren größten Erfolg auf der Grand-Slam-Bühne gefeiert. Die 31-Jährige überraschte mit einem 6:2, 2:6, 6:3-Sieg gegen die Chinesin Wang Xinyu und steht damit erstmals in der dritten Runde bei einem der vier Major-Turniere. Statt unbeschwert den größten Erfolg ihrer Karriere zu bejubeln, musste sie zunächst mit ihrer aufgebrachten Gegnerin diskutieren. Die beiden Spielerinnen gaben sich nicht wie im Tennis üblich am Netz die Hand, sondern argumentierten gestenreich und mit vielen Worten. Das trübte etwas den besonderen Moment für Außenseiterin Korpatsch. „Eigentlich habe ich mich mit ihr total gut verstanden, wir waren keine Feinde oder so was“, sagte sie bei Eurosport nach dem Sieg. Mit etwas Abstand konnte sie sich auch unbeschwert über den Erfolg freuen. „Ich bin sehr glücklich, dass ich es endlich über die zweite Runde hinaus geschafft habe bei einem Grand Slam.“ Bei schwierigen Bedingungen mit Sonne pur und 30 Grad verwandelte Korpatsch nach 2:25 Stunden ihren zweiten Matchball. Nächste Gegnerin der Hamburgerin ist die an Nummer sieben gesetzte Ukrainerin Jelina Switolina. Auslöser der Aufregung war eine Szene kurz vor Ende des ersten Satzes, als Wang eine Aus-Entscheidung nicht akzeptieren wollte. Die Chinesin diskutierte mit der Schiedsrichterin, die von ihrem Stuhl herunterkam und den Ballabdruck überprüfte. Als Wang sogar auf die Seite von Korpatsch ging und dort mit der Deutschen diskutierte, erhielt sie den Regeln entsprechend eine Verwarnung. „Da habe ich zu ihr gesagt: Ist das nicht peinlich, dass sie hier extra rüberkommt, nur weil ihre Box so einen Alarm macht?“, sagte Korpatsch. Nach Informationen von Eurosport war der Ball laut Analyse des Hawk-Eye-Systems im Aus. Wang war gar nicht so sehr wegen der Aus-Entscheidung erregt. Sie monierte nach dem Match, dass Korpatsch der Schiedsrichterin angeblich einen anderen Abdruck gezeigt habe. Die Deutsche betonte aber: „Beide Abdrücke waren aus.“ Wang entschuldigte sich hinterher für die Regelverletzung, aber nicht direkt bei Korpatsch. Die Szene stünde sinnbildlich für Wangs „ganz, ganz schlechten Tag“, analysierte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport: „Einfach völlig daneben.“ Wang leistete sich im gesamten Match 65 unerzwungene Fehler. Korpatsch vermisst Unterstützung vom Verband Die schwache Leistung der Favoritin solle aber die Leistung von Korpatsch nicht schmälern, so Rittner: „Die macht das gut, die ist hellwach, die hat sich was überlegt, die spielt höhere Spinbälle, bewegt sich gut und bleibt mutig.“ Korpatsch ist so etwas wie eine Einzelkämpferin auf der Tour (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/) . Unterstützung erhalte sie eigentlich nur von ihrer Familie, hatte sie nach ihrem Erstrundensieg in Roland Garros erzählt. „Meine Eltern und ich haben einfach alles alleine geschafft. Ich bin wirklich sehr stolz, dass ich so gut wie die einzige Spielerin bin, die es in die Top 100 geschafft hat ohne irgendwelche Hilfe“, sagte sie. Ihr Vater sei ihr Coach, ihre Mutter auch mal ihre „Besaiterin und jetzt auch Hundesitterin“, berichtete Korpatsch. Unterstützung und auch Wertschätzung vom Deutschen Tennis (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/tennis/) Bund habe sie dagegen oft „ein bisschen vermisst“. Struff gewinnt gegen Top-Ten-Spieler Am Dienstagabend hatte auch Jan-Lennard Struff für eine Überraschung gesorgt, als er sein Erstrundenmatch gegen den Weltranglisten-Zehnten Alexander Bublik aus Kasachstan mit 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5 gewann. In der nächsten Runde trifft der 36-Jährige auf den Portugiesen Jaime Faria. „Ich bin glücklich. Es war ein toughes Match mit schwierigen Bedingungen, es war sehr warm. Überragend war die Unterstützung auf dem Court, es waren viele deutsche Fans da“, sagte Struff bei Eurosport.