Die Deutsche Bahn verkauft demnächst „Last-Minute-Tickets“. Das Angebot ist gedacht für „Kundengruppen, die in ihrer Reiseplanung flexibler sind“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Dabei gibt es wohl kaum eine Gruppe, die in ihrer Reiseplanung so flexibel ist, wie die Kunden der Bahn, die froh sind, wenn sie ihr Ziel im selben Jahrhundert erreichen, in dem sie losgefahren sind. Aus dem römischen Recht stammt die Erkenntnis, vor Gericht und auf hoher See sei man in Gottes Hand. Damals kannte man natürlich die Deutsche Bahn noch nicht, die aber vielleicht auch gar nicht unter göttlichem, sondern eher unter satanischem Einfluss steht. Während viele Bahnreisende bestimmt schon öfter befürchteten, ihr letztes Stündlein habe geschlagen, lockt uns der Teufel nun auch noch mit Last-Minute-Tickets. Es geht anscheinend um die letzten Minuten des letzten Stündleins. Die sind bei der Bahn jetzt besonders billig zu haben. Und mit etwas Glück verzögert sich die Fahrt zur Hölle – wegen verspätetem Personal aus einer vorangegangenen Höllenfahrt oder fehlender Fegefeuerlöscher – um einige wenige Jahre.