Dass der Jordanier ein windiger Geschäftsmann mit fragwürdiger Loyalität ist, wussten sie in München schon lange. Und so passten auch die jüngsten Einlassungen von Hasan Ismaik zum sportlichen GAU in München (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/article6a205579639e3d502fd4a6b4/keine-lizenz-ismaik-verweigert-zahlung-1860-muenchen-stuerzt-in-die-regionalliga-ab.html) irgendwie in die Gemengelage, die den Klub umgibt, seitdem man sich vor fünfzehn Jahren auf den umstrittenen Investor einließ. Ismaik jedenfalls setzte nach dem Absturz des TSV 1860 München in die Fußball-Regionalliga einen kryptischen Post in den sozialen Netzwerken ab. Darin teilte er zunächst noch sachlich mit, dass die Münchner keine Drittliga-Lizenz erhalten. „Dennoch bin ich überzeugt, dass der TSV 1860 München eines Tages an den Platz zurückkehren wird, den er verdient. Dieser Verein ist größer als eine einzelne Saison und größer als jede Krise“, schrieb Ismaik auf seinem Facebook-Account, dem knapp 250.000 Menschen folgen. 1860 stehe „auf einem stolzen Fundament aus Geschichte, Tradition und leidenschaftlichen Fans, die stets seine größte Stärke waren“. Wieder warme Worte, die aber den 1860-Absturz nicht zu verhindern vermochten. Die Münchner konnten mit Ablauf der Frist am Mittwoch um 17.00 Uhr nicht den nötigen Liquiditätsnachweis beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erbringen. „Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen“, teilte der Noch-Drittligist mit. „Sad day“, schrieb Ismaik nach Ablauf der Frist für 1860 München Dem Vernehmen nach sollen 2,7 Millionen Euro für die Lizenz fehlen. Der DFB muss den Fall noch abschließend prüfen. Ismaik schrieb der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge per WhatsApp: „Sad day (trauriger Tag).“ In seinem Facebook-Post wenige Minuten später fügte er an: „Ich danke allen Fans, die den Verein in diesen Jahren begleitet haben, sowie allen Menschen, die sich ehrlich für seine Interessen eingesetzt haben. Von Herzen hoffe ich, dass dieser schwierige Moment der Ausgangspunkt für eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine bessere Zukunft sein wird.“ Zahlreiche Fans der „Löwen“ verunglimpften den Investor in den Kommentarspalten. Für den traditionsreichen Klub, der 1966 Deutscher Meister und seinerzeit auch die klare Nummer eins in München war, bedeutet das ein schmerzvolles Déjà-vu. Schon 2017 hatte Ismaik, der stets gegen die 50+1-Regel gewettert hat, um die Kontrolle über den Verein zu übernehmen, nach dem Abstieg aus der 2. Liga die für eine Lizenz in der dritten Spielklasse nötige Zahlung von rund zehn Millionen Euro verweigert. Der TSV 1860 musste daraufhin in der Regionalliga einen Neuanfang unternehmen – wie nun auch ab der kommenden Saison. Nutznießer aus Niedersachsen Des einen Leid ist in diesem Fall des anderen Freud. Jedenfalls würde der TSV Havelse nach dem Zwangsabstieg des TSV 1860 München im Falle einer Lizenzerteilung den freien Platz in der 3. Liga einnehmen. Dem Verein aus Niedersachsen steht als Bestplatziertem der vier Absteiger der Platz der Löwen zu. Dafür wurden die Lizenzunterlagen eingereicht, wie der TSV in einem Statement in den sozialen Medien mitteilte. Sollte der Bescheid positiv ausfallen, würde das sportlich eigentlich abgestiegene Team aus Havelse auch in der kommenden Saison im Profifußball bleiben. „Der TSV Havelse hat für die dritte Liga, die Regionalliga Nord sowie die U19-Nachwuchsliga alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht und vollständig beim DFB bzw. NFV eingereicht und an den jeweiligen Lizenzierungs- und Zulassungsverfahren teilgenommen“, hieß es in der vom scheidenden Geschäftsführer und Vorstand Florian Riedel unterzeichneten Erklärung. Jetzt müssen der Deutsche Fußball-Bund und der Niedersächsische Fußballverband die Unterlagen prüfen. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Havelse nicht in der 3. Liga bleiben wolle. So hatte der ebenfalls abgestiegene FC Erzgebirge Aue noch Hoffnungen, die sich nun aber wohl zerschlagen haben. Bei einer Lizenzerteilung steht für Havelse erneut die Stadionfrage im Mittelpunkt. Denn das Wilhelm-Langrehr-Stadion in Garbsen ist nach wie vor nicht drittligatauglich. Deshalb will der TSV seine Heimspiele erneut im Eilenriedestadion in Hannover austragen. „Für die vertrauensvolle und unterstützende Zusammenarbeit bedanken wir uns ausdrücklich bei den Verantwortlichen unseres Nachbarn Hannover 96“, erklärte der Verein.