Welt 19.08.2026
08:51 Uhr

„Duell um mein Leben“ – Deutscher Waffenfirma-Chef lebt seit Monaten „im Untergrund“


Er liefert Kampfdrohnen an die Ukraine und fürchtet deshalb um sein Leben: Donaustahl-Gründer Stefan Thumann wechselt nach eigenen Angaben seit Monaten seinen Aufenthaltsort. Deutsche Behörden warnten ihn vor einer russischen Geheimdienstoperation.

„Duell um mein Leben“ – Deutscher Waffenfirma-Chef lebt seit Monaten „im Untergrund“

Der Gründer des Waffenherstellers Donaustahl, Stefan Thumann, lebt wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts Russlands seit Monaten an ständig wechselnden Orten. „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, sagte Thumann dem Sender RTL (verlinkt auf https://www.rtl.de/news/russland-soll-mutmasslich-ermordung-geplant-haben-deutscher-drohnenfirma-chef-stefan-thumann-gibt-exklusiv-interview-im-untergrund-id31205747.html) und dem Magazin „Stern“ (verlinkt auf https://www.stern.de/politik/stefan-thumann--wollte-putin-ihn-toeten-lassen--jetzt-spricht-er-38089182.html) nach Angaben vom Dienstag. Er lebe „de facto im Untergrund“. Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er. Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie sollen Thumann ausgespäht haben, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“. Er habe sein Testament gemacht, eine Organspendeerklärung, eine Patientenverfügung, berichtete der 39-jährige Thumann. „Dinge, die man eigentlich in meinem Alter noch nicht so auf dem Schirm hat.“ Er schlafe neben seinem Computer, sagte der Donaustahl-Chef. Sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg“. Thumanns Firma Donaustahl liefert dem Militär der Ukraine Kampfdrohnen für den Krieg gegen Russland. Das Geschäft habe er auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2024 in Berlin angebahnt, sagte der Firmengründer. Ihm sei schon damals klar gewesen, dass er damit „ins Visier der Russen gerate“. Im vergangenen Jahr soll auch ein Anschlag gegen den Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, vereitelt worden sein (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article252481046/Rheinmetall-Russland-soll-Attentat-auf-Rheinmetall-Chef-geplant-haben.html) . Laut dem Sender CNN warnten US-Geheimdienste deutsche Behörden vor den Anschlagsplänen.