Vor dem Landgericht Rostock wird der Mordprozess gegen Gina H. fortgesetzt – sie soll den achtjährigen Fabian aus Güstrow im Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet haben. Doch am dritten Verhandlungstag rückte vor allem die Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater Matthias R. in den Mittelpunkt. Auf Nachfrage von Vorsitzendem Richter Holger Schütt räumte Matthias R. ein, dass er und die des Mordes angeklagte Gina H. wieder zusammen sind. „Gute Frage. Aber ich sag … wir sind ein Paar“, sagte er laut Bild (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/rostock/der-schwere-gang-von-fabians-mutter-sie-sagt-im-mordprozess-aus-69f2f4ded6078134c45a3b9c) . Die Beziehung habe sich im Dezember oder Januar im Gefängnis entwickelt. „Ich stehe offen und ehrlich hinter ihr.“ Laut T-Online (verlinkt auf https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/gesellschaft/id_101242150/fall-fabian-aus-guestrow-vater-und-angeklagte-gina-h-sind-wieder-ein-paar.html) hatte R. die seit Anfang November in Untersuchungshaft sitzende Gina H. alle zwei Wochen im Gefängnis besucht – Besuche, die teilweise audio- und videoüberwacht wurden. Gleichzeitig bekräftigte R. seinen Glauben an ihre Unschuld: „Solange keine handfesten Beweise auf dem Tisch liegen, glaube ich an die Unschuld von Frau H.“, so der Vater laut Bild. Auf die Frage des Richters, was er als handfeste Beweise ansehen würde, nannte er Fingerabdrücke, Reifenspuren und Blutspuren. Im Verlauf des Verhandlungstages wandte sich Richter Schütt mit ungewöhnlich emotionalen Worten an den Zeugen: „Helfen Sie doch! Helfen Sie doch einfach! Ich flehe Sie fast an. Das ist Ihr Sohn, nicht meiner“, zitiert Bild den Richter. Matthias R. gab an, ein festes Alibi für den Tattag zu haben und mit dem Tod seines Sohnes nichts zu tun zu haben. Verstörende Google-Suchen der Angeklagten Besondere Aufmerksamkeit erregten die im Prozess präsentierten Google-Suchen von Gina H. Laut Bild suchte sie am 10. Oktober, dem Tag von Fabians Verschwinden, bereits um 15.11 Uhr nach „Polizei“, später nach „Polizei Infos aktuell“ und „Vermisste Person Güstrow“. Am nächsten Morgen folgten kurz nacheinander die Suchanfragen „fressen Wildschweine Menschen“ und „fressen Wildschweine toten Menschen“. Bei einem späteren Gefängnisbesuch fragte Gina H. Matthias R., ob er nach den Wildschweinen gegoogelt hätte – und behauptete dann, ihr Handy sei gehackt worden. Kommunikation unter der Lupe des BKA Der Vorsitzende Richter widmete sich zudem detailliert der Kommunikation zwischen Matthias R. und der Angeklagten rund um den Tag des Verschwindens. Das Bundeskriminalamt hatte eigens eine Kommunikationsanalyse erstellt. Diese zeigt: Gina H. zeigte normalerweise kaum Interesse an der Familie oder dem Befinden von Matthias R. – am Tag von Fabians Verschwinden jedoch fragte sie mehrfach nach, was ihn beschäftige, noch bevor er verraten hatte, dass sein Sohn vermisst wurde. Schütt konfrontierte den Vater auch mit einem Telefonat vom Tattag, an das Matthias R. nach eigenen Angaben keine Erinnerung mehr hat. Der Richter kommentierte trocken: Wenn sein einziges Kind verschwinde, könnte er sich wahrscheinlich an jede Minute erinnern. Vater versucht, Verdacht auf Freundin der Angeklagten zu lenken Richter Schütt präsentierte zudem Faserspuren als mögliche Beweisstücke: Laut Bild wurden Fasern eines grauen Pullovers auf dem Rücksitz des Fahrzeugs gefunden – eines Pullovers, der erst am 2. September angeschafft worden war, also nach dem letzten belegten Kontakt zwischen Fabian und der Angeklagten. An Fabians eigenem Pullover sei zudem eine Faser einer Reiterhose gefunden worden. Matthias R. versuchte indes, den Verdacht in eine andere Richtung zu lenken: Er deutete an, Raffaela – eine Freundin von Gina H. – könnte ein Interesse daran haben, der Angeklagten zu schaden. Auf die Rückfrage des Richters, ob Raffaela Gina überhaupt kannte, antwortete R. laut Bild jedoch: „Nein.“ Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, den achtjährigen Fabian im Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Als Motiv sollen Beziehungsprobleme mit dem Vater des Kindes eine Rolle gespielt haben. Anhand der präsentierten Nachrichten wurde deutlich, wie die beiden auch nach ihrer Trennung ausgiebig über Beziehungsprobleme diskutierten. „Sie drehen die Beziehung hin und her“, kommentierte Richter Schütt. Immer wieder ging es auch um das angespannte Verhältnis der Angeklagten zur Familie von Fabians Vater – dass er etwa für Absprachen den Sohn betreffend Kontakt zur Mutter des Jungen hielt, habe sie gestört. Fabians Mutter Dorina L. verfolgte die Aussagen sichtlich bewegt. Laut Bild kämpfte sie mehrfach mit den Tränen – hielt aber durch.