Welt 03.09.2026
10:33 Uhr

Ifo-Institut erhöht Konjunkturprognose für 2026 kräftig auf 1,4 Prozent


Die Ökonomen des Ifo-Instituts erwarten nun dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent – 0,6 Prozentpunkte mehr als bisher.

Ifo-Institut erhöht Konjunkturprognose für 2026 kräftig auf 1,4 Prozent

Das Ifo-Institut blickt für 2026 und 2027 deutlich optimistischer auf die deutsche Wirtschaft als zuletzt. Das ⁠Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 1,4 Prozent steigen und im nächsten ‌um 1,2 Prozent zulegen, teilten die ​Münchner Wirtschaftsforscher am Donnerstag zu ihrer ‌neuen Konjunkturprognose mit. 2028 dürfte es um 0,8 Prozent ​nach oben gehen. „Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung in ​Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim Wachstum durch den Energiepreisschock und das Niedrigwasser auf den Flüssen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Vor allem für die ​krisengeplagte Industrie zeigten sich Lichtblicke. „Die Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort.“ Bisher hatte das Ifo ‌für das laufende und das kommende Jahr nur je ein Anziehen der Wirtschaftskraft um 0,8 Prozent veranschlagt. In der aktuellen Prognose werden vor allem die konjunkturellen Schubkräfte – also die Impulse durch die Finanzpolitik und aus dem Ausland – stärker und die Bremswirkungen des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg schwächer eingeschätzt. Der ⁠expansive Kurs der Finanzpolitik der Bundesregierung lasse die Finanzierungsdefizite des Staates kräftig anschwellen, betonte das Ifo. Das Budgetdefizit dürfte sich von ‌3,0 Prozent des BIP 2025 auf 4,6 Prozent 2028 ausweiten. „Im selben Zeitraum wird der Bruttoschuldenstand voraussichtlich ‌von 62,7 Prozent auf 67,9 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen“, hieß es. Die Inflationsrate ‌wird demnach in diesem und ⁠im kommenden Jahr ⁠auf 2,8 beziehungsweise 3,0 Prozent steigen. Erst 2028 dürfte sich die ‌Teuerung mit 2,3 Prozent wieder in ​Richtung des Zielwerts von zwei Prozent der Europäischen Zentralbank bewegen. „Die durch Heizöl und Kraftstoff getriebene Inflation wird ​im weiteren ​Prognoseverlauf voraussichtlich sinken“, erklärte Wollmershäuser. „Allerdings dürften vor allem die Verbraucherpreise für Strom und Gas im Winter nochmals steigen.“ Insgesamt ⁠bleibe die Konsumkonjunktur aufgrund der hohen Inflation gedämpft. Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 0,4 Prozent zum Jahresstart ​2026. Mehr in Kürze