Rund 1700 Passagiere und Crew-Mitglieder sitzen wegen einer Welle an Magen-Darm-Erkrankungen auf einem Kreuzfahrtschiff in Bordeaux fest. Sie dürfen das Schiff bis auf weiteres nicht verlassen. Mediziner seien an Bord der „Ambition“ gegangen, um die Lage zu bewerten und Proben zu nehmen, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden und die Präfektur mit. Wie die örtliche Zeitung „Sud Ouest“ und weitere französische Medien berichteten, starb ein über 90 Jahre alter britischer Passagier. Die Reederei Ambassador Cruise Line teilte der BBC (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/bbc/) mit, dass am Sonntag ein 92-jähriger Mann an Bord verstorben sei; er habe jedoch keine entsprechenden Symptome gezeigt. Rund 50 Passagiere sollen Magen-Darm-Beschwerden haben. Nach ersten Untersuchungen sind die Erkrankten nicht mit Noroviren infiziert, die sehr ansteckend sind und Durchfall und Erbrechen auslösen. Es würden jedoch noch weitere Untersuchungen gemacht, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Möglicherweise habe es ein Problem mit verdorbenen Lebensmitteln gegeben. Das Schiff (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schiffe/) war am 8. Mai in Belfast ausgelaufen und stoppte einen Tag später in Liverpool. Es sollte von Bordeaux aus weiter nach Spanien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/spanien/) fahren. Eine Mehrheit der Passagiere sind Briten oder Iren. Einen Zusammenhang mit dem von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Schiff „Hondius“ (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69fefec6cd4a28c470021b23/seuche-auf-der-hondius-hantavirus-ausbruch-an-bord-blogger-berichtet-von-umarmungen-auf-dem-kreuzfahrtschiff.html) schlossen die Behörden aus. Die „Hondius“ hatte am Sonntag den Hafen von Teneriffa angesteuert, wo die Passagiere evakuiert wurden. Derzeit sind elf bestätigte oder wahrscheinliche Hantavirusfälle im Zusammenhang mit der „Hondius“ erfasst. Darunter sind auch die drei verstorbenen Passagiere, bei denen eine Infektion mit dem Hantavirus-Typ Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.