Welt 05.06.2026
11:43 Uhr

„Sie bringen Angst und Schrecken“ – Brüder terrorisieren Schüler


Der 17-jährige Abdullah A. hat Mitschüler mit Messer, Schutzgeld-Forderungen und Morddrohungen terrorisiert. Jetzt hat das Amtsgericht Oranienburg seinen Bruder und ihn verurteilt. Die Richterin findet deutliche Worte.

„Sie bringen Angst und Schrecken“ – Brüder terrorisieren Schüler

Am Mittwoch hat das Amtsgericht Oranienburg (Brandenburg) zwei Brüder verurteilt. Hauptangeklagter war der 17 Jahre alte Abdullah A., der laut Anklage über längere Zeit hinweg Mitschüler eingeschüchtert haben soll. Das berichtet die „Märkische Oderzeitung“ (verlinkt auf https://www.moz.de/lokales/oranienburg/kriminalitaet-in-oranienburg-junger-straftaeter-sorgt-an-schule-fuer-klima-der-angst-79098345.html) . Als Zeugen waren Opfer geladen, die zur Tatzeit teils erst 13 Jahre alt waren und von anhaltender Angst berichteten. Schon in der Schule sei A. durch Aggressivität, Schulverweigerung und Drogen aufgefallen, was in einem Schulverweis endete. Das berichtete die Jugendhilfe vor Gericht. Besonders schwer wiegen zwei Fälle aus dem September 2025. Innerhalb einer halben Stunde kam es zu Erpressungen bei zwei jüngeren Schülern. In einem Fall versuchte A. zusammen mit weiteren Jugendlichen, sein Opfer fürs Geldabheben zur Bank zu bringen. Doch das gelang ihm nicht. Anschließend verlangte er zehn Euro als „Schutzgeld“. Nur 20 Minuten später hatten sie ein neues Opfer. Sie durchsuchten es und stahlen das Kleingeld. Auch hier gelang es nicht, Geld am Bankautomaten abzuheben. Dabei setzten sie den Jungen mit einem Messer unter Druck und drohten, ihm „jeden Finger einzeln zu brechen“. Tage später folgte über eine andere Person eine Morddrohung, falls der Junge zur Polizei gehen sollte. Auch der fünf Jahre ältere Bruder von A., Mohammad, stand vor Gericht. Er ist mehrfach vorbestraft. Er war nun wegen wegen Nötigung, Beleidigung und Widerstand gegen die Polizei angeklagt. Die Jugendrichterin sagte laut der „Märkischen Oderzeitung“: „Sie bringen Angst und Schrecken, vor denen sie aus Ihrer Heimat geflohen sind, in dieses Land. Das macht die Menschen hier wütend.“ Sie richtete anschließend ihr Wort an die jungen Opfer – mindestens vier der Geschädigten sollen mit ihren Müttern gekommen sein. „Schön zu sehen, dass es noch intakte Familien gibt, in denen sich die Kinder vertrauensvoll an ihre Eltern wenden.“ Man müsse sich als Opfer nicht schämen. „An den Strafen für die Angeklagten seid Ihr nicht schuld.“ „Sie haben innerhalb kürzester Zeit mit derselben Scheiße weitergemacht“ Die angeklagten Brüder sollen sich vor Gericht bei den Opfern entschuldigt haben. Doch die Richterin betonte, dass sie dies bei vorherigen Prozessen ebenso sagten und sich nicht daran gehalten hätten. „Sie haben innerhalb kürzester Zeit mit derselben Scheiße weitergemacht.“ Wegen der kriminellen Vita verurteilte sie den 17-Jährigen wegen schwerer räuberischer Erpressung, Körperverletzung und Bedrohung zu zwei Jahren Haft. Sein Bruder, der nicht mehr dem Jugendstrafrecht unterliegt, wird zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Nationalität der Angeklagten wurde von der „Märkischen Oderzeitung“ nicht genannt.