Im Hafen der rumänischen Schwarzmeerstadt Konstanza ist am Freitag eine Seedrohne explodiert. Durch die Detonation, die sich gegen 10.30 Uhr (Ortszeit, 9.30 MESZ) im zivilen Teil des Hafens ereignet habe, sei niemand zu Schaden gekommen, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Nach der Explosion wurden an der Küste drei weitere unbemannte Boote entdeckt, berichtete das Nachrichtenportal Digi24 unter Berufung auf Insider. Nach Angaben aus Kiew war die Seedrohne ukrainischen Ursprungs. Die „Überwasserdrohne“ sei durch „elektronische Kampfsysteme“ der russischen Armee gestört worden, „verlor die Kontrolle“ und landete schließlich an der rumänischen Küste. Russland machte der Ukraine Vorwürfe: „Jeder Versuch, diese Drohnen direkt oder indirekt mit Russland in Verbindung zu bringen und Russland die Verantwortung für den Vorfall zuzuschreiben, ist völlig unbegründet.“ Laut dem Leiter des rumänischen Zivildienstes, Raed Arafat, wurde die Drohne bereits gegen 06.00 Uhr entdeckt. Es handle sich um eine Drohne „von der Art, die im Krieg in der Ukraine verwendet werden“. Die rumänischen Streitkräfte verfügten nicht über solches Gerät. Mittlerweile sei die Gegend rund um die Explosionsstelle abgesperrt worden, die zuständigen Behörden hätten „den Ort gesichert“. Zwei Hubschrauber überflögen den Ort, um nach weiteren Drohnen zu suchen; die Anwohner seien aufgefordert, „die Küstenregion im Umkreis von einem Kilometer zu meiden“, bis Entwarnung gegeben werde. Erst vergangene Woche war in Rumänien in der Nähe der Grenze zur Ukraine eine Drohne eingeschlagen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6a198b8d914c87cfaf077b1d/drohneneinschlag-in-rumaenien-putin-schaltet-sich-ein-medwedjew-droht-europaeern.html) . Bei dem Vorfall gab es zwei Verletzte. Rumänischen Angaben zufolge hatte es sich bei der Drohne um ein russisches Fabrikat gehandelt. Moskau hatte die Angaben in Zweifel gezogen. Fünf Tote bei Drohnenangriff auf zwei Frachter Außerdem wurden im Asowschen Meer zwei Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Aserbaidschan fünf Aserbaidschaner getötet. Drei weitere Aserbaidschaner seien verletzt worden, erklärte das Außenministerium in Baku am Freitag unter Berufung auf eine Mitteilung aus Russland. Laut russischen Staatsmedien machte der russische Vize-Außenminister Michail Galusin die Ukraine für den Angriff verantwortlich. „Wir wissen sehr genau, wer Drohnen – sowohl Luft- als auch Seedrohnen – einsetzt, um friedliche zivile Schiffe in den Gewässern des Schwarzen Meeres und des Mittelmeers anzugreifen“, sagte Galusin demnach. Wie das Außenministerium in Baku weiter mitteilte, befanden sich auf den beiden Frachtschiffen insgesamt 25 aserbaidschanische Besatzungsmitglieder. Es handele sich jedoch nicht um Schiffe des aserbaidschanischen Staates. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte der ukrainischen Armee, Robert Browdi, erklärte im Onlinedienst Telegram, in der Nacht zum Freitag „fünf Schiffe getroffen zu haben, die sich illegal in den Häfen von Mariupol und Berdjansk“ in von Russland besetztem ukrainischem Gebiet aufgehalten hätten. Er gab jedoch nicht an, ob es sich dabei um die Schiffe handelte, auf denen die aserbaidschanischen Staatsbürger getötet wurden. Russische und ukrainische Angriffe auf zivile Häfen und Schiffe nehmen seit dem vergangenen Jahr zu.