Welt 15.10.2026
20:58 Uhr

VAR-Elfmeter verhelfen Leverkusen zu deutlichem Sieg – Rasensprenger sorgen für kurze Störung


Bayer Leverkusen gewinnt das zweite Europa-League-Spiel der Saison in Posen souverän. Bayer bekommt kräftige Hilfe vom Videoassistenten. Der SC Freiburg schlägt den tschechischen Fußball-Erstligisten FK Jablonec mit 3:2. Besiktas Istanbul besiegt Hoffenheim.

VAR-Elfmeter verhelfen Leverkusen zu deutlichem Sieg – Rasensprenger sorgen für kurze Störung

Bayer Leverkusen bleibt auch auf internationaler Bühne auf Erfolgskurs. Der Bundesligist setzte sich in der Europa League beim polnischen Meister Lech Posen mit 4:0 (3:0) durch und machte mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel einen weiteren Schritt in Richtung K.-o.-Phase. Schon zum Europapokal-Auftakt hatte Bayer den slowenischen Meister NK Celje mit 2:0 bezwungen. Und gegen die zuletzt in der heimischen Liga starken Polen feierte die Werkself dank des Doppelpacks von Patrik Schick (29. Minute/Handelfmeter und 40./Foulelfmeter) sowie der Treffer von Malik Tillman (32.) und Ibrahim Maza (89.) bereits den vierten Pflichtspielerfolg in Serie. Dabei hatte Bayer-Trainer Carles Martínez seine Startelf im Vergleich zum turbulenten 4:3-Erfolg vom vergangenen Wochenende beim FSV Mainz 05 gleich auf sechs Positionen verändert – und auch Torjäger Schick sollte drei Tage vor dem Topspiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN und im WELT-Liveticker) (verlinkt auf https://sportdaten.welt.de/fussball/1bundesliga/ma12194212/bayer-leverkusen_sc-freiburg/liveticker/) gegen Bundesliga-Spitzenreiter SC Freiburg höchstens einen Kurzeinsatz bekommen. Stattdessen erhielten gegen Posen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/posen/) in der Offensive Tillman, Nathan Tella und Martin Terrier den Vorzug vor Moussa Diaby, Afonso Moreira und Schick. In der Abwehr rückten Lucas Vázquez und Loïc Badé für Jarell Quansah und Facundo Medina in die Anfangsformation. Im defensiven Mittelfeld spielte Ezequiel Fernández anstelle von Robert Andrich. Terrier muss früh raus – „Das ist schon tragisch“ Doch Trainer Martínez musste schon früh wechseln: Ausgerechnet Terrier, der sich in den vergangenen Wochen nach Verletzungen zurückgekämpft hatte und in Posen erst zu seinem zweiten Startelfeinsatz in dieser Saison kam, musste bereits nach 20 Minuten verletzt vom Platz. „Das ist schon tragisch. Immer wieder, wenn er dran ist, passiert etwas“, sagte Bayers Direktor Lizenz Thomas Eichin in der Pause gegenüber „RTL+“. Für Terrier kam Bayers Torgarant Schick früher als geplant – und unterstrich prompt seine Qualitäten. Zweimal war der 30-Jährige vom Elfmeterpunkt gefordert, zweimal blieb er dabei eiskalt. Allerdings war vor allem die Entstehung des ersten Strafstoßes strittig. So ahndete Schiedsrichter Milos Milanovic aus Serbien nach knapp 25 Minuten erst nach der Intervention des Videoassistenten und mehr als drei Minuten langer Überprüfung ein Handspiel von Posens Terry Yegbe. Der Abwehrspieler war aus kurzer Distanz von Maza am aus Schussrichtung gesehen hinteren Arm angeschossen worden und drehte sich dabei auch noch weg. Und auch den zweiten Strafstoß für die Leverkusener (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/leverkusen/) gab Milanovic erst, als der VAR ihn auf eine Rangelei im Strafraum zwischen Schick und Mateusz Skrzypczak hinwies. Der Unparteiische wertete dies als klares Foulspiel am Bayer-Stürmer – dies war eine vertretbare Entscheidung. Und Schick ließ sich auch diese Gelegenheit nicht nehmen, verwandelte ein zweites Mal an diesem Abend sicher vom Elfmeterpunkt und markierte damit seinen achten Saisontreffer. Dazwischen hatte auch noch Tillman für die Gäste getroffen und Bayer (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/bayer/) eine beruhigende Drei-Tore-Führung beschert. Eine durchaus verdiente Führung, denn Leverkusen war die spielerisch bessere Mannschaft und spätestens nach den Gegentoren war die Gegenwehr Posens gebrochen. Kurios in Halbzeit eins: Das Spiel musste nach rund 20 Minuten kurz unterbrochen werden, weil die Rasensprenger auf einer der beiden Spielfeldhälften ungewollt ihren Betrieb aufnahmen. Die technische Panne konnte aber nach wenigen Sekunden behoben werden. Harmlose Posen-Offensive Ansonsten zeigte der starke Auftritt der Gäste aus dem Rheinland beim vom Dänen Niels Frederiksen trainierten Gegner deutliche Wirkung. Die sonst schlagkräftige Offensive der Hausherren blieb diesmal harmlos. Dabei hatte die Mannschaft um den früheren Bundesliga-Stürmer Mikael Ishak (1. FC Köln und 1. FC Nürnberg) in den vergangenen zehn Pflichtspielen noch 30 Tore erzielt. Den Schlusspunkt setzte stattdessen Maza mit dem vierten Bayer-Treffer. Während Leverkusen mit breiter Brust die kommenden Aufgaben angehen kann, steht Posen bereits nach dem zweiten Spieltag in der Europa League schon unter Druck. Bereits den Auftakt hatte Posen mit 0:4 bei Crystal Palace verloren. Und am Donnerstagabend sorgten Schick & Co. dafür, dass der polnische Meister auch das fünfte Hauptrunden-Spiel in der Europa League der Vereinsgeschichte nicht gewinnen konnte. Zwei Eigentore bei Schusters Jubiläum: Freiburg siegt erneut Der SC Freiburg hat seinem Trainer Julian Schuster zum Jubiläum einen verdienten Heimsieg geschenkt. Im ersten Conference-League-Spiel der Vereinsgeschichte siegten die Südbadener gegen den tschechischen Fußball-Erstligisten FK Jablonec mit 3:2 (1:1). Vincenzo Grifo (15. Minute), Dusan Pavlovic (56./Eigentor) und Maximilian Eggestein (65.) sorgten für die SC-Treffer. Matthias Ginter (28./Eigentor) war für das Gästetor vor 28.100 Zuschauern verantwortlich. Für Schuster war es in seinem 100. Pflichtspiel als SC-Coach der 52. Sieg. Für seine Jubiläumspartie hatte der 41-Jährige im Vergleich zum 2:1-Ligasieg gegen den FC Schalke gleich sieben Änderungen in der Startelf vorgenommen. Lediglich Torhüter Mio Backhaus, Ginter, Maximilian Eggestein und Yuito Suzuki begannen erneut. Unter anderem rutschten Kapitän Christian Günter und Grifo neu in Schusters 4-2-3-1-System. Choreo der Freiburger Fans: „Der Traum vom Titel bleibt“ „Der Traum vom Titel bleibt“, hatten die SC-Fans ihren Europapokal-Wunsch auf eine rot-weiße Choreo gepinselt, nachdem in der Vorsaison nur Aston Villa die Freiburger im Europa-League-Finale (0:3) stoppen konnte. Dass die Schuster-Elf auch in der Conference League gern wieder für das Endspiel nach Istanbul reisen würde, zeigten sie mit einem über weite Strecken dominanten Auftritt. Der Ball lief gut durch die Freiburger Reihen, die sich den tief stehenden Gegner immer wieder zurechtlegten und schon in der Anfangsphase einige Torchancen kreierten. Flügelflitzer Cyriaque Irié und Lukas Kübler, der einen Kopfball nach Irié-Flanke an die Latte setzte, verpassten die Führung noch knapp. Grifo machte es mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 17 Metern dafür umso präziser. Ginters Eigentor konterkariert den Spielverlauf Von den Gästen war offensiv quasi nichts zu sehen, trotzdem stand es zur Pause überraschend 1:1. Eine Hereingabe von Jiri Slama nahm Antonin Rusek direkt, Ginter fälschte den Ball unhaltbar für Backhaus ab. Schuster stemmte sichtlich bedient die Arme in die Hüften. Der Ausgleich entsprach so gar nicht dem Spielverlauf. Gästetrainer Lubos Kozel, der oft sein Notizbuch aus der Innentasche seines schwarzen Mantels hervorkramte, durfte den Treffer derweil nicht Rusek gutschreiben. Ginter wurde als Eigentorschütze gelistet. Den gut 300 Fans aus Nordböhmen, die schon in den Freiburger Stadtbahnen fleißig ihre Lieder angestimmt hatten, war's egal. Sie schwenkten glücklich ihre grün-weißen Fahnen. Videobeweis löst auf: Ball im Tor In den Playoffs hatte sich der Club aus der 46.000-Einwohnerstadt Jablonec nad Nisou noch überraschend gegen den schottischen Spitzenclub Glasgow Rangers durchgesetzt. Doch in Freiburg blieb das Glück ein kurzes. Nach der Pause lag Jablonec, das auf alt-tschechisch Apfelbäumchen bedeutet, schnell wieder zurück: Pavlovic unterlief nach einem Eckstoß ebenfalls ein Eigentor. Der Videobeweis, den die organisierte SC-Fanszene erneut kritisch begleitete („Videobeweis – weg mit dem Scheiss!“), löste auf, dass der Ball knapp hinter der Torlinie war. In Stürmer Igor Matanović und Linksverteidiger Jordi Makengo, die Lucas Höler und Günter ersetzten, schickte Schuster frische Kräfte aufs Feld. Für das vorentscheidende 3:1 sorgte aber Eggestein mit einer wuchtigen wie technisch anspruchsvollen Direktabnahme. Vom zweimaligen tschechischen Pokalsieger kam insgesamt viel zu wenig, um den Bundesliga-Tabellenführer ernsthaft zu gefährden. Kuols Tor zum 3:2 in der Nachspielzeit änderte daran nichts mehr. Für die in dieser Saison noch ungeschlagenen Breisgauer war es der achte Sieg im neunten Pflichtspiel. In der Bundesliga geht es für den Sport-Club am Sonntag in Leverkusen weiter. In der Conference League tritt die Schuster-Elf am kommenden Donnerstag bei der AS Monaco an. Besiktas übertönt Hoffenheim Im Höllenlärm von vielen Tausend türkischen Fans hat die TSG 1899 Hoffenheim auch ihr zweites Europa-League-Spiel verloren. Die Kraichgauer unterlagen im eigenen Stadion gegen Besiktas Istanbul mit 2:3 (0:0). Am zweiten Spieltag der Ligaphase trafen Michael Murillo (60. Minute) und Hyeongyu Oh (72./79.) für den Tabellenzweiten der türkischen Süper Lig. Fisnik Asllani (68.) und Koki Machida (87.) erzielten die Tore für die Gastgeber in einer Partie, die sich für die Hoffenheim wie ein Auswärtsspiel angefühlt haben dürfte. Fünf Tage nach der 2:3-Niederlage gegen den Hamburger SV und drei Tage vor dem Kellerduell bei Borussia Mönchengladbach fehlte es dem Vorletzten der Fußball-Bundesliga an zwingenden Aktionen. Ihr Kapitän und Keeper Oliver Baumann war allerdings erst in der zweiten Halbzeit gefordert gegen eine spielerisch überlegene Mannschaft. So laut war es in der mit 28.632 Zuschauern ausverkauften Sinsheimer Arena selten. Die Gäste-Anhänger brüllten ihre Mannschaft nach vorn – den ersten gefährlichen Angriff verbuchte aber die TSG: Nach einer Bernardo-Flanke köpfte Machida an den rechten Pfosten (3.). Kramarić erstmals von Anfang an dabei Die Hoffenheimer stürmten erstmals in der Saison mit Andrej Kramarić in der Startelf. Der Kroate war für Jung-Nationalspieler Bambasé Conté ins Team gerückt. Adam Hložek durfte zudem in der Offensive für Tim Lemperle ran. Besiktas kam mit dem deutschen Nationaltorwart Alexander Nübel (zuletzt VfB Stuttgart) – aber ohne den erkrankten serbischen Stürmerstar Dušan Vlahović. Der Ex-Dortmunder Salih Özkan saß zunächst ebenso auf der Bank wie die Leverkusen-Leihgabe Ernest Poku. TSG-Abwehr um Kabak gefordert Die Istanbuler waren mit einem 4:1 gegen Olympique Marseille in den Wettbewerb gestartet und zeigten sich von Beginn an sehr ballsicher. Hoffenheim hatte seine Auftaktpartie überraschend bei OFI Kreta (0:2) verloren. „Wir wissen schon, was für ein heißes Spiel das wird wegen der großen Fanbase in Deutschland“, hatte der türkische Nationalspieler Ozan Kabak, der mit der TSG-Abwehr mächtig gefordert war, prophezeit. Besiktas legte auch wild los. Die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer versuchte, kühlen Kopf zu bewahren in der ungewohnten Atmosphäre. Nübel hatte in der 20. Minute Glück, als er ohne Not aus dem Tor kam – Hlozek traf aber nur das Außennetz. Ansonsten wuchs aber der Druck der Gäste, die vor der Pause jedoch immer irgendwo im Strafraum hängen blieben. Kramarić schimpft mit Mitspieler Kramarić fand kaum Anspielstationen – und schimpfte deshalb zweimal mit Linksaußen Adam Daghim, der ihm zu schnell nach vorn rannte. Als der Rekordtorjäger der Hoffenheimer sich einmal ganz nach hinten fallen ließ wie einst ein Libero, ging das beinahe schief: Junior Olaitan eroberte den Ball, Kramaric fälschte ihn noch ab und fast hätte es 0:1 gestanden. Vor allem der belgische Nationalspieler Leandro Trossard spielte sich immer wieder durch die Reihen der TSG. Gut zehn Minuten nach Wiederanpfiff zischte ein Flachschuss von Ilhan Fakili an Baumanns Gehäuse vorbei. Kurz darauf verpasste Trossard das Tor. Panamas Stürmer Murillo trifft Ilzer brachte Lemperle und Alexander Prass, doch ehe sich die Hoffenheimer neu sortiert hatten, schlug es hinter Baumann ein: Nach einer Ecke spielte sich Besiktas durch den Strafraum, Panamas Nationalspieler Murillo traf aus kurzer Entfernung zum 1:0. Überraschend in dieser Spielphase fiel kurz darauf der Ausgleich. Asllani zog aus 14 Metern ab, Nübel streckte sich vergebens. Bei einem Konter tauchte dann Oh frei vor Baumann auf und drehte nach dem 2:1 jubelnd ab. Nach einem weiteren Ballverlust der TSG erhöhte der Südkoreaner noch auf 3:1. Machidas Anschlusstreffer kam zu spät. Bereits kommende Woche (22. Oktober) steht der nächste Heim-Auftritt der Hoffenheimer gegen Olympique Lyon an.