Welt 13.09.2026
01:44 Uhr

„Völlig unzureichend“ – Bilger sieht Zustand der Bahn als Faktor für Unzufriedenheit im Land


Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagt, er werde seit seinem Amtsantritt am häufigsten auf Probleme bei der Bahn angesprochen. Diese sieht er als einen Faktor für die Unzufriedenheit in Deutschland – und das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.

„Völlig unzureichend“ – Bilger sieht Zustand der Bahn als Faktor für Unzufriedenheit im Land

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sieht die Probleme bei Bahn und Verkehrsinfrastruktur als einen Faktor für die Unzufriedenheit der Bürger. „Da sehe ich schon einen gewissen Zusammenhang“, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf die Frage nach einem möglichen Zusammenhang mit dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Seit seinem Amtsantritt werde er am häufigsten auf die Probleme bei der Bahn angesprochen. Auch lange Bauzeiten bei Verkehrsprojekten sorgten für Unzufriedenheit. Probleme in Infrastruktur und bei Abläufen Bilger verwies auf Maßnahmen der Bundesregierung zur Planungsbeschleunigung und für mehr Sicherheit bei der Bahn sowie auf die Milliarden aus dem Sondervermögen zur Modernisierung der Verkehrswege. „Wir wollen in Deutschland wieder stolz auf unsere Infrastruktur und unsere Bahn sein“, sagte der Minister. Den aktuellen Zustand der Bahn bezeichnete Bilger als „völlig unzureichend“. Es gebe Einflüsse, für die die Bahn nichts könne, aber auch Probleme in der Infrastruktur und bei den Abläufen. Die Investitionen in Sanierung und Erhalt würden langfristig die Pünktlichkeit verbessern, auch wenn Baustellen zunächst zu weiteren Verspätungen führten. Nach Abschluss der Arbeiten werde dies zu mehr Pünktlichkeit führen. Wiedereinführung der Familienreservierung Außerdem drängt Bilger auf eine Wiedereinführung der bei der Deutschen Bahn abgeschafften Familienreservierung. „Wir sind mit der Bahn dazu im Gespräch“, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Deutsche Bahn hatte die Familienreservierung im Juni 2025 abgeschafft. Bis dahin konnten Familien für 10,40 Euro bis zu fünf Sitzplätze gemeinsam reservieren. Seitdem muss für jeden Platz einzeln bezahlt werden. Eine vom Verkehrsclub Deutschland gestartete Petition für die Wiedereinführung unterzeichneten mehr als 128.000 Menschen. Bilger sagte, wegen des Wegfalls der Familienreservierung gebe es „zurecht viel Unzufriedenheit“. „Deswegen habe ich es damals auch kritisiert.“ Zugleich betonte er: „Die Bahn hat für Familien grundsätzlich viele gute Angebote.“