Auch in Dresden sind Tausende Menschen gegen die AfD auf die Straße gegangen. Bei einer Kundgebung der Bewegung „Zeit zum Handeln“ füllte sich der Theaterplatz rasch. Organisator Matthias Lüth ging von einer hohen vierstelligen Zahl an Teilnehmern aus. Zum Teil mischte sich das Publikum mit Besuchern, die zum Tag der offenen Tür in der Semperoper gekommen waren. Ein dpa-Reporter vor Ort schätzte die Teilnehmerzahlen auf 3000 bis 4000. Die Polizei machte dazu keine Angaben. Es sei wichtig, den Menschen gerade jetzt ein Angebot zu machen, sagte Lüth der Deutschen Presse-Agentur. Die AfD spreche von Remigration. „Wir haben einfach Angst, dass Menschen, die ohnehin schon benachteiligt sind, noch mehr benachteiligt werden, dass sie kein gutes Leben in Sachsen-Anhalt und dann vielleicht auch nicht in der ganzen Bundesrepublik oder in Europa führen können.“ Wenn die AfD regiere, sei kein Verlass auf den Staat mehr. Nach Ansicht von Lüth müssen die anderen Parteien jetzt ein Angebot zum Mitmachen schaffen. „Wir haben nicht nur Menschen im Bundestag oder im Landtag, die Politik machen. Alle Menschen, die hier auf dem Platz sind, machen Politik jeden Tag. Und das müssen wir einfach zusammenführen.“ „Nie wieder ist jetzt“ auch in Kiel In Kiel rief ein Bündnis aus Gewerkschaften, Umweltverbänden und anderen Gruppen am Sonntag zu einer Demonstration unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“ auf. Man wolle „Solidarität mit allen betroffenen Menschen in Sachsen-Anhalt“ zeigen und ein deutliches Zeichen gegen die AfD setzen. Das ganze Wochenende wurde in verschiedenen deutschen Städten gegen Rechtsextremismus und die AfD protestiert. Besonders große Kundgebungen gab es am Wochenende in Düsseldorf (20.000 Menschen), Hamburg (25.000 Menschen), Berlin (die Polizei sprach von 18.000 Teilnehmern, die Veranstalter von 32.000) und München (20.000 Teilnehmer). Auch etwa in Magdeburg, Leipzig, Mainz und Saarbrücken demonstrierten insgesamt mehrere Tausend Menschen. Anlass für die Demonstrationen sind das jüngste Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt und die Debatte über den Umgang mit der AfD. Bei der Landtagswahl vor einer Woche hatte die AfD in Sachsen-Anhalt mit knapp 44 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bekommen, eine absolute Mehrheit allerdings verfehlt.