Welt 23.09.2026
16:25 Uhr

„Wir haben jetzt ein Kurbelradio“ – Daniel Günthers ungewöhnliche Maßnahme für den Ernstfall


Ein Kurbelradio statt Smartphone: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat sich für den Krisenfall ein ungewöhnliches Gerät angeschafft. Der CDU-Politiker wirbt für mehr Eigenverantwortung bei der Vorsorge und verweist dabei auf ein Vorbild im Norden.

„Wir haben jetzt ein Kurbelradio“ – Daniel Günthers ungewöhnliche Maßnahme für den Ernstfall

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sorgt für die Krise vor – mit einem besonderen Gerät: „Wir haben jetzt ein Kurbelradio“, sagte der CDU-Politiker einem Bericht des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags zufolge bei einem Resilienz-Kongress in Kiel. Bevor das Gerät den Weg in den Haushalt der Familie Günther fand, habe ihn seine Ehefrau jedoch ausdrücklich auf die Notwendigkeit hingewiesen, berichtete Günther. Der Hintergrund der Anekdote ist ein ernster. „Wenn Mobilfunknetz und Internet nicht mehr funktionieren, fallen auch Warn-Apps oder Handywarnungen aus“, heißt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Radiosender seien dagegen häufig weiterhin erreichbar. „Wir müssen in Deutschland mehr Selbstverantwortung hinbekommen. So wie in Finnland“, sagte Günther in Kiel. Auf der Konferenz „Resilient Society“ diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und Bauwirtschaft darüber, wie Staat, Unternehmen und Bürger krisenfester werden können. Der Ministerpräsident verwies dabei auf Finnland als Vorbild. Der CDU-Politiker hatte sich im vergangenen November bei einer Reise in das nordische Land beeindruckt vom dortigen Zivilschutz gezeigt. Dort gebe es Kurse zur Landesverteidigung auf regionaler und nationaler Ebene. In Helsinki besichtigte Günther zudem einen Schutzbunker, der im Alltag als Sport- und Freizeitanlage genutzt wird und im Ernstfall Tausenden Menschen Schutz bieten kann. Zur Verteidigungsbereitschaft gehöre mehr als eine gut ausgestattete Bundeswehr, betonte Günther damals. Auch beim Zivilschutz könne Deutschland von Finnland lernen. Kampagne soll Resilienz in der Bevölkerung stärken Schleswig-Holstein hatte bereits im Frühjahr die Kampagne „kommklar_sh“ gestartet. Sie soll die Menschen im Land für Krisenvorsorge und Bevölkerungsschutz sensibilisieren. Bei der Vorstellung der Initiative verwies die Landesregierung auf die veränderte Sicherheitslage durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, aber auch auf Extremwetterereignisse und mögliche Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur. Die Kampagne wirbt für konkrete Vorbereitungen im Alltag. Bürger sollen sich Gedanken darüber machen, wie sie mehrere Tage ohne Strom, Internet oder Mobilfunk zurechtkommen würden. Empfohlen werden unter anderem Trinkwasservorräte, haltbare Lebensmittel, Taschenlampen, Batterien und Möglichkeiten, auch bei einem großflächigen Ausfall weiter Informationen zu empfangen. Genau hier kommt das Kurbelradio ins Spiel: Es funktioniert unabhängig vom Stromnetz und kann auch dann noch wichtige Warnungen und Informationen übertragen.