Welt 17.03.2026
13:41 Uhr

Wortgefecht zwischen Kriminalpolizist und Verteidiger


Bei der Befragung eines Kriminalbeamten im Block-Prozess kam es zu heftigen Wortgefechten. Ein Verteidiger rügte das Verhalten von Stephan Hensel, die Richterin mahnte ihn. Auch zwischen Ermittler und Anwalt Ingo Bott wurde der Ton scharf.

Wortgefecht zwischen Kriminalpolizist und Verteidiger

Wortgefechte zwischen den Prozessbeteiligten haben die Befragung eines Kriminalbeamten im Prozess um die Entführung der Block-Kinder begleitet. Der 43-jährige Ermittler ist geladen, um die Geschehnisse in den Tagen nach der Entführung des damals zehnjährigen Sohnes und der damals 13 Jahre alten Tochter der Unternehmerin Christina Block und ihres Ex-Ehemannes Stephan Hensel zu beleuchten. Die Kinder waren in der Silvesternacht 2023/2024 vom Wohnort des Vaters in Dänemark entführt worden. Während der Verteidiger der Unternehmerin Christina Block, Ingo Bott, den Zeugen sehr lang im Landgericht nach vielen Details befragte, beschwerte sich ein anderer Verteidiger, dass Blocks Ex-Mann Hensel die ganze Zeit feixe. Die Vorsitzende Richterin ermahnte Hensel, der im Prozess als Nebenkläger auftritt, daraufhin, ruhig zu sein. „Das tut mir sehr leid, es fällt nur so schwer“, sagte Hensel. Auch zwischen dem Kriminalbeamten und Anwalt Bott gab es einen Schlagabtausch. „Unterstellen Sie mir, dass ich nicht engagiert bin?“, fragte der Zeuge irgendwann genervt. Der 43-Jährige war Anfang Januar 2024 Leiter der Ermittlungsgruppe, die sich mit dem Entführungsfall befasste. Schon am letzten, dem 38. Verhandlungstag, hatten zwei Kolleginnen von ihm zum Geschehen unmittelbar nach der Entführung ausgesagt. Anfangs war die Polizei demnach davon ausgegangen, dass auch für Mutter Christina Block eine Gefahr bestünde. Der Familie gehört neben der Steakhouse-Kette „Block House“ unter anderem ein Luxus-Hotel nahe der Hamburger Innenstadt. Erst im Laufe der Ermittlungen sei Christina Block selbst als mögliche Auftraggeberin der Entführung in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Kurz nach der Entführung hatten sich die Kinder in der Obhut ihrer Mutter befunden. Unter anderem von einem Besuch im Haus der Familie, in dem sich zu dem Zeitpunkt auch der Zehnjährige und die 13-Jährige aufhielten, berichtete der Kriminalbeamte am Dienstag. Christina Block führt seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung der Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet das. Ex-Mann Hensel tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf, weil er im Zuge der Entführung niedergeschlagen worden sein soll.