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30.05.2026
10:45 Uhr
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Nach einem heftigen Unfall sah unsere Autorin beim Autofahren Trugbilder. Hier erzählt sie, wie sie die Angst überwand. Und warum dabei ein Finger wichtig war.

Ich erinnere mich an die stumpfe Gewalt des Aufpralls. Die Schmerzen in Brust und Becken. An ein hohes Piepen. Den Rauchgeruch aus dem Motorraum. »Ich muss hier raus«, dachte ich. Aber die Fahrertür ließ sich nicht öffnen. Das Fenster auch nicht. Zwischen mir und meinem Freund auf dem Beifahrersitz türmte sich ein Durcheinander aus Sonnensegel, Campingstühlen und Verlängerungskabeln. Der Inhalt meines VW-Campers war von der Wucht des Aufpralls nach vorne geschleudert worden. Es piepte. Es rauchte. Mein Partner stöhnte. Ich tastete mit der rechten Hand nach etwas, mit dem ich die Scheibe einschlagen kann, fand eine Glasflasche. Ich schlug auf die Seitenscheibe ein, erfolglos. Beim Ausholen blieb ich irgendwo hängen und riss mir die Hand auf. »Das war’s«, dachte ich.