Zeit 12.03.2026
05:55 Uhr

(+) China und der Iran: Macht? Gern. Verantwortung? Lieber nicht.


Außenpolitik bedeutet für China: Einfluss ohne Bündnisbindung und Nähe ohne Schutzgarantie. Das zeigt der Krieg gegen den Iran gerade deutlich.

(+) China und der Iran: Macht? Gern. Verantwortung? Lieber nicht.
Gastautor Stefan Messingschlager forscht und lehrt an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Sein Schwerpunkt liegt auf den chinesisch-westlichen Beziehungen. Die Volksrepublik China präsentiert sich seit Langem als wichtiger Partner des Iran. Auch unter Xi Jinping sind die Beziehungen zum Regime in Teheran eng. Doch seit die Vereinigten Staaten und Israel den Iran angreifen und Ali Chamenei getötet haben, beschränkt sich Chinas Loyalität auf scharfe Worte statt auf konkrete Hilfen. Warum ist das so? Immerhin war die offizielle chinesische Reaktion deutlich: Man verurteilte die Angriffe als völkerrechtswidrig, bezeichnete die Tötung Chameneis als schwere Verletzung iranischer Souveränität und betonte, dass der Schlag mitten in laufende Verhandlungen fiel. Außenminister Wang Yi telefonierte binnen weniger Tage mit dem Iran, Oman, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich, Israel und Russland. China unterstützte Dringlichkeitssitzungen in New York und entsandte seinen Sondergesandten.