Zeit 14.03.2026
20:24 Uhr

(+) Deutscher Buchhandlungspreis: Sieht so ein gefährlicher Buchladen aus?


Die Buchhandlung Zur schwankenden Weltkugel gehört zu jenen, die Wolfram Weimer von einem Preis ausschloss. Geht man dort hin, sieht man vor allem: sehr viel Kundschaft.

(+) Deutscher Buchhandlungspreis: Sieht so ein gefährlicher Buchladen aus?
Auf den vierzig Quadratmetern, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschlands mutmaßlich gefährden, herrscht an diesem Samstagvormittag Stille. Eine Handvoll Kunden ist unter den deckenhohen Regalen der Buchhandlung Zur schwankenden Weltkugel in Lektüre versunken, hält den Kopf schief, blättert, liest. "Ist das der Buchladen?", hört man eine Passantin durch die Postkartenständer draußen sagen, sie äugt durchs Schaufenster und zieht weiter. Wer sich in Berlin für linke Publizistik interessiert, kennt die Schwankende Weltkugel, seit über 20 Jahren ist sie eine Instanz auf der Kastanienallee in Prenzlauer Berg. Einer größeren Öffentlichkeit ist der Laden wohl erst seit vergangener Woche ein Begriff: Da beschloss Wolfram Weimer, spätestens seitdem der bislang umstrittenste Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, die Schwankende Weltkugel gemeinsam mit zwei weiteren linken Buchhandlungen von der Juryliste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu nehmen, weil "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" über diese vorlägen. Der Preis sollte "nicht an Extremisten" verliehen werden. Nachdem er für diese Entscheidung viel Gegenwind erhalten hatte, sagte Weimer kurz darauf die Preisverleihung auch für die verbliebenen von der Jury ausgezeichneten 115 Buchhandlungen ab.