|
02.10.2026
07:47 Uhr
|
Kartoffeln, so groß wie Kastanien: Wegen der Dürre ist die Kartoffelernte eingebrochen. Dass sich der Anbau für die Landwirte kaum lohnt, liegt auch an den Verbrauchern.

Die Kartoffel wächst im Dunkeln, wenige Handbreit unter der Erde. Dort reift sie über Monate als stille Zeugin eines Sommers. Denn ob es zu heiß ist oder zu nass oder ob Schädlinge die Felder heimsuchen – die Kartoffel wird es zeigen. Aber nicht bevor der Herbst naht und schwere Landmaschinen die Knollen aus dem Humus pflügen. Erst jetzt, zur Erntezeit, kommt die Wahrheit ganz ans Licht. In Deutschland sieht sie dieses Jahr düster aus. Am Montag dieser Woche veröffentlichte das Bundesagrarministerium die vorläufige Bilanz: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Kartoffelernte um fast ein Viertel eingebrochen. Das klingt ähnlich dramatisch wie zuvor die Verluste beim Getreide. Als Agrarminister Alois Rainer (CSU) dessen Erntebilanz Anfang September vorstellte, rief er eine »Krise von nationaler Tragweite« aus. Nun also auch die Kartoffel. Wie ernst ist die Lage der vielleicht deutschesten aller Feldfrüchte?