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17.03.2026
10:12 Uhr
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Trotz der Internetsperre dringt unsere Autorin zu Menschen im Iran durch. Sie erzählen, wie sie sich auf das Ende des Krieges vorbereiten und wo die wahre Front verläuft.

Das kleine Wunder besteht aus fünf Zeilen. Die SMS hat es auf die andere Seite der Welt geschafft, auf sein Handy, auf dessen Bildschirm er nun die Worte seiner Schwester, die im Krieg lebt, liest: "Mein Lieber, mein Herz ist wegen des Krieges sehr bedrückt. Obwohl ich schon Beruhigungsmittel nehme. Gott sei Dank habe ich Maryam hier, sonst würde ich vor Einsamkeit zugrunde gehen. Ich mache mir große Sorgen um die Zukunft. Wenn ich dir schreibe, werde ich etwas ruhiger. Auch wenn ich weiß, dass du nicht antworten kannst. Ich küsse dich." Der Bruder tippt umgehend eine Antwort: "Wir denken immer an euch. Nicht nur wir, auch Deine Familie und alle unsere Freunde." Die Freunde, die in Deutschland an seine Schwester denken, zählt er namentlich auf. Er drückt auf Senden, aber er wird seine Schwester mit dieser Nachricht am 10. Kriegstag nicht erreichen. Auch nicht per WhatsApp oder Telegram.