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24.05.2026
18:49 Uhr
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Mit ihrer 10-Millionen-Initiative belebt die SVP die alte Schweizer Idee vom »guten Ausländer« wieder: Er kommt, wenn man ihn braucht – dann haut er wieder ab.

In langen Kolonnen, mit nacktem Oberkörper draußen im Freien, egal ob es in Strömen regnete oder bitterkalt war, so standen sie jeden Frühling an den Grenzübergängen in Chiasso oder am Bahnhof in Genf. Stundenlang warteten die Männer aus Italien, Spanien oder Portugal auf die »visita sanitaria«, die grenzsanitarische Kontrolle. Wer krank oder gesundheitlich angeschlagen war, wurde von den Ärzten gleich wieder nach Hause geschickt. Die Schweiz wollte nur gesunde Arbeitskräfte reinlassen. Neun Monate lang arbeiteten die Männer auf dem Bau, in der Landwirtschaft, in den Fabriken oder im Gastgewerbe. Dann mussten sie wieder zurück. In die Lombardei, nach Kalabrien, nach Andalusien oder Galicien. Ohne zu wissen, ob sie im nächsten Frühling, der nächsten Saison, erneut in die Schweiz kommen dürfen. »Saisonniers« hießen diese Menschen im Behördenjargon.