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21.03.2026
20:19 Uhr
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Im Londoner Museum der Kindheit läuft eine Ausstellung über Wallace, Gromit und Shaun das Schaf. Sie ist das beste Gegenmittel gegen unser Leiden an der Welt.

Realitätsflucht ist Menschenrecht – und Kinderpflicht. Deshalb haben Sie, geneigte und gebeutelte Leserinnen und Leser, angesichts von Krieg im Osten, Krieg im Süden und Depression daheim, eigentlich nur einen Ausweg: den nördlichen Ausgang der U-Bahn-Station Bethnal Green in London. Er führt direkt zum Young Victoria and Albert Museum, auch bekannt als Museum der Kindheit. In ihm lässt sich gerade der Glauben an die Menschheit wiederfinden. Für kleinere Besucher ist es vielleicht nur eine Ausstellung über die Filmfiguren Wallace und Gromit und Shaun das Schaf, die seit ein paar Wochen dort läuft. Für diejenigen unter uns, die die Welt schon Zynismus gelehrt hat, ist sie eine Wiederaufladung des Herzens, und zwar mit der Erkenntnis: Es gibt noch Leute, deren Bestreben, einfach Schönes und Freude zu schaffen, sie zu geradezu verrückten Mühen treibt. Sie arbeiten zum Beispiel zwei Wochen daran, drei Piratenfiguren knapp eine Sekunde lang in einer Badewanne eine Treppe heruntersausen zu lassen.