|
02.10.2026
15:26 Uhr
|
Der Kinofilm »Corpus Delicti« beruht auf dem Bestseller von Juli Zeh. Und ist ein richtiger Reinfall.

Eigentlich könnte dieser Film viel erzählen. Er könnte uns Konflikte zwischen Sicherheit und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und dem Recht, unvernünftig zu sein, nahebringen. Er könnte uns davon überzeugen, dass auch der deutsche Film richtig gut Science-Fiction kann. Eigentlich. Doch statt die Kraft des Romans Corpus Delicti von Juli Zeh aus dem Jahr 2009 für die Leinwand zu übersetzen, ist die Verfilmung vor allem eins: ein ziemlich deutscher Krimi (Kinostart: 1. Oktober). In diesem Krimi ist Gesundheit das oberste Gebot. In einer Zukunft, in der die »Methode« herrscht, wird jeder Schritt, jeder Blutwert, jeder Pulsschlag kontrolliert und getrackt. Mia Holl (Hannah Herzsprung) fügt sich zunächst diesem System. Sie lässt sich desinfizieren, vermessen und freut sich über ihre guten Gesundheitsscores. Doch als ihr Bruder Moritz (Damian Hardung) beschuldigt wird, eine Frau vergewaltigt und ermordet zu haben, ist sie überzeugt: Die »Methode« muss fehlerhaft sein. Auch wenn Moritz’ DNA an der Leiche gefunden wurde und demnach seine Schuld bewiesen ist, muss es dafür eine andere Erklärung geben.