|
04.06.2026
20:05 Uhr
|
Ein sadistischer Schläger wird von einer Familie eingekerkert und soll zum »Good Boy« umerzogen werden. Der gleichnamige Film von Jan Komasa rechnet mit der Gegenwart ab.

Der Mensch ist frei geboren, doch in den Filmen des polnischen Regisseurs Jan Komasa liegt er überall in Ketten. Fast all seine Figuren sind Gefangene ihrer selbst, ausweglos verstrickt in ihre Vergangenheit, in eine dunkle Schuld oder das unbändige Verlangen nach Rache: Corpus Christi (2019), handelt von einem geläuterten Verbrecher, der sich in einem masurischen Dorf als Priester ausgibt und die von Trauer und Schmerz zerrissene Gemeinde versöhnt. Doch die Vergangenheit holt ihn ein; es gibt keine Vergebung. In The Hater (2020) geht es ebenfalls um einen Hochstapler, um einen betrügerischen Studenten, der die ganze Verachtung des linksliberalen Milieus zu spüren bekommt, seine Rache wird grausam.