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30.05.2026
14:12 Uhr
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Der Brenner ist dicht, das erwartete Verkehrschaos ist bislang ausgeblieben. Nach einem Brand ist jedoch zusätzlich der Bahnverkehr auf der Brennerlinie gestört.

Mehrere Tausend Menschen haben sich am Brennerpass in Österreich zu einer Demonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung an der wichtigen Transitstrecke versammelt. »Das geht heute in die Geschichte Tirols ein«, sagte Protest-Initiator Karl Mühlsteiger, der Bürgermeister der nahen Gemeinde Gries am Brenner ist. Wegen des Protests ist die Brenner-Route bis zum Abend für Transitfahrten gesperrt. Noch bis 19.30 Uhr dürfen Autos die normalerweise stark genutzte Alpenquerung nicht befahren, für Lastwagen trat das Verbot bereits um 9 Uhr morgens in Kraft. Das Gebiet muss weiträumig umfahren werden. Die Brennerstraße B 182, die Ellbögener Straße (L 38) und die Stubaitalstraße (B 183) dürfen am Samstag nur Fahrer nutzen, die in der Gegend zu tun haben. Der ADAC und das Auswärtige Amt in Berlin hatten zuvor gewarnt, dass auf den Ausweichstrecken bis in den Sonntag hinein mit Staus zu rechnen sei. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aber zunächst aus. Am Samstagvormittag war die Lage auf den Straßen in der Region ruhig. Zeitgleich zur Sperre des Brennerpasses kommt es aber nach einem Feuerwehreinsatz auf der Brennerbahnlinie zu Verspätungen. Am frühen Morgen sei es nördlich von Verona zu einem Brand an der Bahnstrecke gekommen, teilte die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) mit. Der Bahnverkehr zwischen Peri und Dolcè am Gardasee sei erheblich beeinträchtigt. Unbekannte hatten Schäden an der Infrastruktur verursacht. Der betroffene Streckenabschnitt liegt auf der Brennerbahnstrecke nördlich von Verona und gehört zur wichtigsten Eisenbahnverbindung in Richtung Brennerpass und weiter nach Österreich. Bisher gibt es keine wesentlichen Staus Auf deutscher Seite gebe es derzeit keine Staus wegen der Sperrung der Brennerautobahn, sagte ein ADAC-Sprecher. Am Freitagabend hatte sich der Verkehr demnach auf der A 93 Richtung Grenzübergang Kiefersfelden auf einer Strecke von bis zu 16 Kilometern gestaut, was zu einem Zeitverlust von bis zu einer Stunde geführt hatte. Vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) hieß es ebenfalls, es gebe derzeit »überhaupt keine wesentlichen Staus«, es sei »bis jetzt sehr ruhig«. »Wir haben schon mit mehr gerechnet«, hieß es weiter. Anscheinend hielten sich aber viele Fahrerinnen und Fahrer an die Aufforderung, am Samstag nicht über die Alpen zu fahren. Auch deutsche Behörden und Einsatzkräfte hatten sich vorsorglich auf ein mögliches Verkehrschaos auch schon weit vor dem Brenner eingestellt. So bereitete sich etwa das Bayerische Rote Kreuz auf Staueinsätze zwischen Rosenheim und der österreichischen Grenze vor. Helfer mit Motorrädern könnten im Notfall Menschen im Stau mit Wasser versorgen. Die Polizei im Süden Bayerns hat ihr Personal ebenfalls aufgestockt. »Wir sind mit der größtmöglichen Stärke im Dienst«, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. »Unser Hauptziel ist, dass der Verkehr fließt und die Rettungsgasse freigehalten wird« – damit im Ernstfall schnelle Hilfe möglich sei. Viele Reisende in Südtirol hatten ihren Urlaub angesichts der Sperre angepasst und waren entweder schon am Freitag abgereist oder planen die Abreise erst für die nächsten Tage.