Zeit 03.06.2026
23:49 Uhr

CSU: Manfred Weber bestreitet Führungsdebatte um CSU-Chef Markus Söder


CSU-Vize Manfred Weber sieht keine Führungsdiskussion in seiner Partei. Zuvor hatte sich der Europapolitiker für eine Neuausrichtung ausgesprochen.

CSU: Manfred Weber bestreitet Führungsdebatte um CSU-Chef Markus Söder
Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber bezweifelt nach eigenem Bekunden die Führungsrolle von Parteichef Markus Söder nicht. »Es gibt in der CSU derzeit keine Führungsdiskussion, dass man Markus Söder infrage stellt. Wir wollen gemeinsam arbeiten«, sagte Weber in der ARD-Sendung Maischberger . Weber ist auch Partei- und Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) und damit einer der einflussreichsten Unionspolitiker auf europäischer Ebene. Zuvor hatte Weber eine Neuausrichtung der CSU gefordert und vor wenigen Tagen mit einem an zahlreiche Mandatsträger verschickten »Pfingstbrief« für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin hatte er eine Neuausrichtung des Auftretens der CSU gefordert und indirekt die Kommunikation Söders kritisiert, ohne den bayerischen Ministerpräsidenten beim Namen zu nennen. Weber hatte bei seinen Forderungen Unterstützung vom CSU-Ehrenvorsitzenden und Ex-Bundesminister Theo Waigel bekommen. Webers Brief sei ein Weckruf an die Partei, sagte Waigel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ( FAZ ). Webers »Pfingstbrief« enthielt indirekt Kritik an Söder In dem an zahlreiche Mandatsträger verschickten Brief hatte Weber eine »ernsthaftere und am Gemeinsinn orientierte Politik« gefordert. Viele der Zeilen wurden in der CSU als Angriff auf den Parteivorsitzenden Söder verstanden. »Dieses Gemeinschaftsgefühl werde ich aber weder mit Schlagzeilen noch mit Klickzahlen, sondern nur mit Kreativität, Mut und Ideen erreichen«, heißt es in dem Brief. Söder hat den Ruf, oft schnelle Schlagzeilen über seine Social-Media-Kanäle zu generieren. »Das Absingen von Hymnen bei Abiturfeiern ist wichtig, aber die Frage unserer zukunftsfähigen Verteidigungs- und Rüstungsfähigkeit sagt mehr über gelebten Patriotismus.« Für viele in der CSU waren diese Zeilen eine Kritik an Söders Vorstoß, künftig die National- und Bayernhymne wieder verpflichtend an Schulen singen zu lassen . Zudem stellte Weber in seinem Brief die deutsche Verteidigungs- und Rüstungsfähigkeit als wichtiges Thema dar und stellte Forderungen für einen Sonderparteitag der CSU auf. Weber verwies darauf, dass die CSU bei den K ommunalwahlen in Bayern im März schwere Niederlagen erlitten habe. Es sei nun »der richtige Moment, um strategisch zu überlegen«, wie die Partei in die nächste Landtagswahl 2028 gehe. Eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz wollte der CSU-Vize im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe zuvor nicht bestätigen.