Zeit 13.03.2026
14:28 Uhr

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Kritik an Weimers Entscheidung gegen Ausbau der Nationalbibliothek


Der Bibliotheksverband missbilligt den Stopp des Erweiterungsbaus der Nationalbibliothek in Leipzig. Rund 35,5 Millionen Medienwerke sollten dort aufgenommen werden.

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Kritik an Weimers Entscheidung gegen Ausbau der Nationalbibliothek
Der Deutsche Bibliotheksverband hat die Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) kritisiert, den Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig zu stoppen. Ein Zugang zu verlässlichem Wissen sei gerade in Zeiten von zunehmender Desinformation von herausragender Bedeutung , teilte der Verband in Berlin mit. Es bedürfe sicherer Planungsgrundlagen, um diesen Auftrag zu erfüllen. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Bibliothek in Leipzig nun in eine ungeklärte Situation komme. Der Erweiterungsbau wurde seit 2018 von der DNB geplant und sollte die Aufbewahrung von rund 35,5 Millionen Medienwerken für etwa 30 Jahre gewährleisten. Weimer habe seine Entscheidung damit begründet, dass die Sammlung gedruckter Werke nicht mehr zeitgemäß sei und sich die DNB auf digitale Sammlungen konzentrieren solle, hieß es. Das aktuelle Gesetz sehe jedoch vor, dass jedes in Deutschland erschienene Druckwerk in zweifacher Ausführung von der DNB gesammelt werden müsse. Die Leipziger Bibliothek sei damit das kulturelle Gedächtnis und ein Speicher aller in Deutschland veröffentlichten Werke, teilte der Verband mit. Auch der Deutsche Kulturrat kritisierte Weimers Vorgehen. Der Erweiterungsbau werde dringend gebraucht. Zudem sei die Begründung der Ablehnung "höchst beunruhigend". Göring-Eckardt rügt "rechtlich fragwürdige Entscheidung" Weimers Auch die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt, kritisierte den Stopp des Erweiterungsbaus. Die Grünen-Politikerin sprach von einer "rechtlich fragwürdigen Entscheidung Wolfram Weimers, die eine wichtige Institution ohne Not schwächt und ohne nachvollziehbare Erklärung bleibt". Es werde eine wichtige Investition im Osten gestrichen – entgegen der klaren, gesetzlich verankerten Aufgabe der Deutschen Nationalbibliothek. "Die Verantwortung von Wolfram Weimer läge darin, Vertrauen zu schaffen und den Fachleuten vor Ort den Raum zu geben, ihre Arbeit inhaltlich fundiert und professionell fortzuführen", sagte Göring-Eckardt der ZEIT. Es sei nicht Weimers Aufgabe, per Meinung in die Arbeit von Institutionen einzugreifen, weder bei Bibliotheken noch bei Buchhandlungen. Weiter sagte sie, dass Weimer keine Berechtigung habe, sich über die Ausführung der Gesetze in diesem Land zu stellen.