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25.05.2026
07:38 Uhr
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Seit der Coronapandemie hat Deutschland 341.500 Industriearbeitsplätze verloren. Inzwischen steigt der Umsatz wieder leicht – doch eine Trendumkehr ist nicht zu erkennen.

Ende des ersten Quartals 2026 hat die Zahl der Beschäftigten bei deutschen Industrieunternehmen 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das entspricht rund 127.300 Jobs weniger als im Vorjahr, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Verglichen mit den Zahlen von 2019 sind seit der Coronapandemie 341.500 Industriejobs verloren gegangen. Das entspricht einem Rückgang um gut sechs Prozent. Jeder 17. Industriejob ist demnach verschwunden. Automobil- und Textilindustrie besonders stark betroffen Besonders stark fällt der Stellenabbau in der Automobilindustrie aus. Dort sei seit 2019 jeder siebte Arbeitsplatz verloren gegangen, meldete EY. In den vergangenen zwölf Monaten sank die Beschäftigung in der Autobranche um 32.000, seit 2019 insgesamt um etwa 125.800 Jobs. Prozentual noch stärkere Einbußen verzeichnete den Angaben nach die Textilindustrie, in der seit 2019 rund 22 Prozent der Arbeitsplätze verloren gingen. In der Metallindustrie sank die Beschäftigung um 15 Prozent. Gegen den allgemeinen Negativtrend verzeichnen nur zwei Branchen positive Zahlen: In der Chemie- und Pharmaindustrie stieg die Beschäftigung seit 2019 um drei Prozent, in der Elektroindustrie um zwei Prozent, wie die EY-Analyse zeigt. Ein leichtes Plus schafften im ersten Quartal auch die Autobranche mit einem Plus von 2,1 Prozent und die Elektroindustrie mit einem Plus von 1,4 Prozent. Schwache Umsätze Grund für Stellenabbau Als Grund für den aktuellen Stellenabbau nannte EY die schwache Umsatzentwicklung, bei der sich im ersten Quartal aber möglicherweise eine Trendwende andeutet : Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Industrieumsatz den Angaben nach um 1,7 Prozent – nachdem der Umsatz in den vorangegangenen zehn Quartalen jeweils zurückgegangen war. Das leichte Plus sei vor allem der Metallindustrie zu verdanken, sagte EY-Experte Jan Brorhilker. Die kommenden Monate dürften demnach zeigen, ob diese Entwicklung anhält. Dennoch geht Brorhilker aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage von weiteren Arbeitsplatzverlusten aus. Die von der Bundesregierung bislang ergriffenen Maßnahmen zur Stützung der heimischen Industrie zeigten laut Brorhilker bislang kaum Wirkung. »Der Industriestrompreis oder die Senkung der Körperschaftssteuer sind wichtige Schritte, die aber erst in Zukunft greifen werden und wenig zur Lösung der aktuellen Probleme beitragen«, sagte er.