Zeit 27.05.2026
18:55 Uhr

Ebola: Ebola-Patient in Berliner Charité weiterhin im stabilen Zustand


Der an Ebola erkrankte US-Amerikaner, der in der Berliner Charité behandelt wird, ist auf dem Weg der Besserung. Das Klinikum rechnet mit seiner vollständigen Genesung.

Ebola: Ebola-Patient in Berliner Charité weiterhin im stabilen Zustand
Der Gesundheitszustand des US-amerikanischen Ebola-Patienten , der seit vergangener Woche auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt wird, ist nach Angaben des Universitätsklinikums stabil. Dem Mann gehe es den Verhältnissen entsprechend gut, sagte Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité, während eines Pressetermins. Der US-Bürger habe eine kombinierte antivirale Therapie bekommen, auf die er offenbar so gut regiert habe, dass die Viruskonzentration rasch abgefallen und die Laborwerte des Patienten wieder »fast normal« seien, sagte Sander. Weiter teilte der Infektiologe mit: »Wir sind anhand des Verlaufs sehr optimistisch, dass der Patient sich vollständig erholen kann und dann auch die Virusinfektion besiegt ist«. Bundesgesundheitsministerin spricht von herausragender Betreuung Den genauen Entlassungszeitpunkt nannte Sander nicht. Er fügte jedoch hinzu, dass ein Patient in der Regel mindestens 72 Stunden symptomfrei sein und zwei negative Tests innerhalb von 48 Stunden aufweisen müsse, um entlassen zu werden. Das Klinikum werde aber sehr vorsichtig sein und den Patienten eher länger auf der Sonderisolierstation behalten. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) informierte sich bei einem Besuch an dem Universitätsklinikum über den Zustand des US-Amerikaners. Dabei dankte sie allen Beteiligten für die reibungslose Aufnahme und Versorgung des Mannes. Laut Warken zeigt der Fall, dass Patienten auf der Sonderisolierstation der Charité »herausragend betreut« würden. Auf die Frage, ob weitere Patienten nach Deutschland kommen sollen, antwortete sie: »Wir haben momentan keine weiteren Anfragen.« Familie des Patienten ist symptomfrei Der Mann arbeitete als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo und infizierte sich dabei mit dem gefährlichen Virus. Vergangene Woche wurde er auf Bitten der USA in der Charité aufgenommen . Nach Angaben der Universitätsklinik wurde bei dem Patienten das Bundibugyo-Virus, eine Art des Ebolavirus, mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen. Seine Ehefrau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten, wurden einen Tag später ebenfalls in der Charité als Patienten aufgenommen . Sie gelten als Hochrisikokontakte, sind laut Sander aktuell jedoch symptomfrei und befinden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. Bei den Angehörigen des Patienten konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Ebolavirus nachgewiesen werden. Ihnen wurde trotzdem eine Postexpositionsprophylaxe verabreicht, da zwei der Kinder Kleinkinder sind und bei diesen die Sterblichkeit durch das Virus sehr hoch sei. Das verabreichte Mittel soll die Infektion vorsorglich verhindern. Für die Frau und die Kinder gilt eine Quarantäneanordnung von 21 Tagen seit dem letzten Kontakt. Die DR Kongo ist Ausgangspunkt der aktuellen Ebola-Epidemie . Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle stieg dort laut der WHO inzwischen auf über 900 . Nach Angaben der WHO wurde in dem Land bei zehn Todesfällen das Ebolavirus als Ursache bestätigt, zudem starb ein mit dem Virus infizierter Mann in Uganda. Das Land hat inzwischen die Grenze zum Kongo geschlossen. Bei rund 220 weiteren Todesfällen in der DR Kongo wird vermutet, dass das Virus für den Tod verantwortlich ist. Ebola überträgt sich durch Körperflüssigkeiten.