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10.03.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Dienstag – Mit einer WG im Büro,
Hackern im Einkaufszentrum und Protesten gegen Alice Schwarzer

Liebe Leserin, lieber Leser, dann und wann, wenn in den Alpen Schnee liegt, darf ich an dieser Stelle mit Ihnen plaudern. Bei Ihnen in Hamburg sind gerade Skiferien und ich bin ja Tiroler – angeblich werden wir mit zwei Brettern an den Füßen geboren. Da hat mich die Rossbauer Maria, die ja aus Niederbayern kommt, gefragt, ob ich nicht ein bissl übers Skifahren schreiben könne. Vor ein paar Jahren hätte ich da schulterzuckend nein gesagt. Heute ist das anders. Weil man das als Tiroler so macht (machen muss), habe ich als Kind Skifahren gelernt. Es waren die 1980er und ehrlich: Es war höchstens mittelschön. Klimbim wie Softshell- oder Funktionsjacken, Hightech-Unterwäsche und Helme gab es nicht. Es war nass, kalt und die Skischuhe taten den Füßen weh. Skier waren zwei gerade Bretter und es war quasi unmöglich, ohne Schweiß, Tränen und Wutanfälle zu lernen, die Piste runterzukommen. Warum man sich das alles antut, war mir ein Rätsel und blieb es erst mal. Deshalb habe ich als Jugendlicher, wenn man nicht mehr alle Unternehmungen der Mama mitmachen muss, mit dem Unfug aufgehört. Doch dann, mehr als ein Vierteljahrhundert später, im zweiten Coronawinter, habe ich mir gedacht, ich probiere das jetzt nochmal! Ich zog los und lieh mir zum ersten Mal Carvingskier aus. Als die erfunden wurden, hatte ich Skifahren schon boykottiert. Ich besorgte mir außerdem angenehm wärmende Unterwäsche sowie einen Skianzug und habe mich mit Kleinkindern auf den Zauberteppich gestellt, eine Art Förderband für Anfänger. Und wissen Sie was? Ich konnte es auf Anhieb! Den Hintern gut positionieren, bissl nach links und rechts lehnen und dahin geht’s. Es ist fast eine Frechheit, wie einfach das mit dem modernen Equipment ist. Alle Tränen der Achtziger wären vermeidbar gewesen! Für Sie aber, liebe Hamburgerinnen und Hamburger, ist das eine gute Nachricht. Allen, die gerade noch nicht bei uns urlauben, aber überlegen, die hohe Kunst des Wintersports zu erlernen – und ein wenig Bammel davor haben, denen kann ich sagen: keine Panik, Sie kriegen das hin. Hey, wenn ich das geschafft habe … In diesem Sinn wünsche ich schöne Ferien und viel Spaß beim Wedeln. Ihr Florian Gasser PS: Wenn es Ihnen bei uns gefallen hat, dann abonnieren Sie doch auch unseren Newsletter, den Gemischten Satz . Da gibt es jeden Freitag eine ordentliche Dosis Österreich. Was heute wichtig ist Im vergangenen Jahr haben mehr als 2,2 Millionen Menschen die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie besucht. Die Gäste mit einem Konzertticket eingerechnet, waren es laut einem Sprecher des Konzerthauses mehr als drei Millionen Menschen. Das Westfield-Einkaufscenter in der Hafencity wurde von Hackern angegriffen . Nach Angaben des Betreibers konnten Unbefugte auf eine Datenbank mit Kontaktinformationen von Mitgliedern des Treueprogramms sowie Newsletter-Abonnenten zugreifen. Alle potenziell Betroffenen sowie die Datenschutzbehörden seien informiert worden. Der Bund will deutschen Schiffbauern helfen, Großaufträge zu finanzieren . Das bestätigte Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft. Werften können demnach einen Antrag stellen, wenn sie eine Bürgschaft von mindestens 20 Millionen Euro brauchen. Beim Schiffsbau müssen Werften häufig in Vorleistung gehen, seit der Schifffahrtskrise verleihen aber weniger Banken Geld an Werften. Bei einer großangelegten Razzia im Baugewerbe in mehreren Bundesländern hat der Zoll auch in Hamburg Objekte durchsucht. Es geht um den Verdacht auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Die Hochbahn entwickelt eine neue Kundenapp, die eine gemeinsame Plattform für Bus, Bahn und geteilte Mobilitätsangebote wie Carsharing sein soll. Eine kleine Anfrage der CDU an den Senat ergab, dass bereits 1,8 Millionen Euro in die Entwicklung geflossen sind. Aus Hamburg "Die Wände sind ein entscheidender Punkt" Wohnraum ist in Hamburg knapp – gleichzeitig stehen eine Million Quadratmeter Bürofläche leer. Könnte da nicht jemand einziehen, wenigstens vorübergehend? Drei Architekturstudentinnen testen das. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Interview von ZEIT-Redakteurin Viola Diem. DIE ZEIT: Frau Sottorf, Frau Stiehle, Frau Erdmann, Sie studieren Architektur an der HafenCity Universität und experimentieren damit, leer stehende Büroflächen als Wohnraum zu nutzen. Seit Mitte Februar arbeiten Sie in einer ehemaligen Skiwerkstatt in Eidelstedt. Was machen Sie da? Juli Sottorf: Wir testen hier Prototypen, die wir in den vergangenen Monaten entwickelt haben. Emma Stiehle: Wir haben an einer Wand gearbeitet, die leicht auf- und abbaubar und höhenverstellbar ist. Büroetagen sind oft sehr weitläufig. Wenn man sie in einzelne Zimmer unterteilen will, stellt man fest: Die Wände sind ein entscheidender Punkt. Leona Erdmann: Die bauen wir mithilfe von Holzplatten und Drehstützen, das sind diese höhenverstellbaren Streben, die man sonst nimmt, um Decken abzustützen. Stiehle: Uns ist wichtig, dass sich die Wohnsysteme, die wir entwerfen, leicht auf- und abbauen lassen und dass sie für die Bewohnerinnen schnell und einfach zu nutzen sind, da es uns darum geht, eine Fläche vorübergehend bewohnbar zu machen. ZEIT: Warum? Könnte man Büros nicht auch dauerhaft in Wohnraum umbauen? Stiehle: Natürlich würden wir es Eigentümerinnen und Eigentümern ans Herz legen, ihre leer stehenden Büroflächen ganz zum Wohnen freizugeben, um die Wohnungsnot zu bekämpfen. Nur müsste das Büro bei einer dauerhaften Wohnnutzung auch im Grundbuch umgetragen werden. Ein Wohngebäude ist in Hamburg im Verkaufspreis aber weniger wert als ein Gewerbegebäude. Darauf haben viele Eigentümerinnen wenig Lust. So kam die Idee mit der Zwischennutzung. Sottorf: Ein grundsätzliches Problem ist, dass es für eine dauerhafte Umnutzung zu viele Hürden gibt. Eigentümer von Gewerbeflächen haben zum Beispiel mehr steuerliche Vorteile. Da bräuchte es mehr politische Hebel. Welche Erkenntnisse die drei bei ihrem Experiment gewonnen haben , lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Interview (Z+) Schon gelesen? "Dass man mich wirklich zum Schweigen bringen will, das ist neu" Bei einer Lesung von Alice Schwarzer im Schauspielhaus haben Protestierende am Sonntag die Bühne gestürmt. Hier spricht die Frauenrechtlerin mit ZEIT-Autorin Jana Simon über den Vorfall und die heutige Debattenkultur. → Zum Artikel (Z+) Darauf können Sie sich freuen Am 20. März gibt es in der Konzertreihe OrgelPlus von St. Michaelis ein Programm mit Orgel und Tanz. Der Michelkantor Magne Draagen spielt "Sept Chorals-Poèmes pur les sept paroles du Christ" des Komponisten Charles Tournemire . Der norwegische Tänzer Sigmund Hegstad setzt das Werk visuell um. Das Lichtdesign der Aufführung ist von Michael Batz. 20.3., 19.30 Uhr; St. Michaelis, Englische Planke 1, Tickets gibt es hier Meine Stadt Hamburger Schnack Unser Enkel Henry, fünf Jahre alt, fährt mit seiner Mutter zu uns. Im Auto ist er ganz still und wirkt nachdenklich. Schließlich schaut er sie ernst an und sagt mitfühlend: "Mami, es ist soooo traurig, dass Opa und Oma keine Kinder haben!" Gehört von Marie Aldag Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .