Zeit 29.05.2026
10:06 Uhr

Elterngeld: Livechat: Hat dieses Land wirklich etwas gegen Kinder?


Das Elterngeld bewegt die Gemüter. Diskutieren Sie jetzt live mit ZEIT-Redakteur Johannes Schneider über individuelle Lebenspläne und Generationengerechtigkeit.

Elterngeld: Livechat: Hat dieses Land wirklich etwas gegen Kinder?
Beginnen wir noch einmal mit dem Elterngeld, aber bleiben wir gerne nicht dabei! Das Elterngeld ist schließlich ein gutes Beispiel für eine umstrittene familienpolitische Maßnahme: Das Ziel, Frauen aus der Teilzeitfalle zu befreien und Männer stärker in häusliche Arbeit einzubinden, hat es nur in Ansätzen erreicht. Aber bedeutet das, dass man hier nun kürzen muss, trotz sinkender Geburtenraten? Oder nicht eher ausbauen, wie es die Koalition auch ursprünglich geplant hatte? Zugleich ist das Elterngeld aber noch mehr, nämlich ein ziemlich guter Anlass, grundsätzlich darüber zu reden, was wir uns von Familie und Familienpolitik erwarten. Als jemand, der schon mehrere wütende Texte über Familienpolitik geschrieben hat und zuletzt ebendiesen über mögliche Kürzungen im Elterngeld , glaube ich ein paar wiederkehrende Argumentationen und Haltungen in der ZEIT-Community zu erkennen von denen, die einer aktiven Familienpolitik – anders als ich – tendenziell eher skeptisch gegenüberstehen. Da sind diejenigen Kinderlosen, die Kinder in erster Linie für Privatsache halten (und deshalb staatlichen »Wohltaten« kritisieren). Da sind die »alten« Eltern, die es zu ihrer Zeit auch ohne Elterngeld geschafft haben (und mit Recht stolz darauf sind, wobei sie manchmal auch ein klitzekleines bisschen die veränderten Rahmenbedingungen übersehen). Sie werden unterstützt von den jungen Eltern, die nicht verstehen, warum andere Leute Kinder kriegen, wenn sie doch offensichtlich nicht allein mit ihnen zurechtkommen (wobei das natürlich eher die Kita- und Betreuungsdebatte ist). Da sind schließlich auch die, die zunehmend beginnen, das »Kinder sind unsere Zukunft«-Argument zu überprüfen, zumindest ökonomisch . Und die, die diesen Begriff »Familie« gerne mal grundsätzlich hinterfragen würden, der für viele ja auch so viel Unheil birgt. Ich verstehe das alles, sehe aber auch eine Gefahr: Wo es derartig viele gute Gründe dagegen gibt, etwas für Familien zu tun, wird es für politische Entscheidungsträger entsprechend leicht, nichts für Eltern und Kinder zu tun. Wie finden wir also zu einem gemeinsamen Verständnis von Familie und Familienpolitik? Und welche Rolle sollte das Elterngeld zukünftig dabei spielen? Über diese und weitere Fragen möchte ich gerne heute von 10 bis 12 Uhr im Kommentarbereich dieses Artikels mit Ihnen ins Gespräch kommen. Ich freue mich auf die Diskussion!