Zeit 14.03.2026
05:57 Uhr

Gestiegene Ölpreise: Deutsche fahren trotz teuren Sprits nicht weniger Auto


Eine Analyse von Verkehrsdaten hat ergeben, dass die hohen Benzin- und Dieselpreise keine messbaren Auswirkungen auf der Straße haben. Die Bahn profitiert dennoch.

Gestiegene Ölpreise: Deutsche fahren trotz teuren Sprits nicht weniger Auto
Obwohl Autofahrer in ganz Deutschland über die hohen Spritpreise klagen , fahren sie offenbar nicht messbar weniger. Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten TomTom für die Deutsche Presse-Agentur ergab keinen relevanten Rückgang der Fahrleistung. Im Gegenteil: Es wurde sogar noch etwas mehr gefahren – allerdings aus anderen Gründen. "Unsere Daten liefern keinen Hinweis darauf, dass die Fahrleistung in der Hochpreisphase spürbar zurückgegangen ist", sagt ein TomTom-Sprecher. Stattdessen habe sie in den betrachteten Zeiträumen tendenziell höher gelegen. Das könne mit der typischen saisonalen Belebung der Mobilität im Frühjahr zusammenhängen. "Falls die höheren Spritpreise überhaupt einen kleinen dämpfenden Effekt hatten, ist er in den Daten jedenfalls nicht erkennbar", sagte der Sprecher. Ähnlich wie zu Beginn des Ukrainekrieges Offenbar reiche der Anstieg der Preise nicht aus, um eine echte Veränderung im Verhalten auszulösen. Das deckt sich mit einer ähnlichen Untersuchung aus der Zeit kurz nach Beginn des Ukrainekrieges, als die Spritpreise ebenfalls stark gestiegen waren. Damals hatte sich auch in den auf der Autobahn gefahrenen Geschwindigkeiten kein relevantes spritsparendes Verhalten erkennen lassen. Basis der Betrachtung sind die von mehreren Millionen Fahrzeugen zurückgelegten Strecken, deren Daten TomTom anonym erfasst. Am 5., 9. und 10. März – also zu Zeiten, als die Spritpreise bereits deutlich teurer waren – zeigte sich dabei ein um einige Prozent höheres Fahraufkommen als am 26. Februar vor Kriegsbeginn sowie am 2. und 3. März, an denen die Preise noch bei Weitem niedriger waren. Das gilt sowohl für den Vergleich der drei Tage zusammen, als auch für den Vergleich der jeweils zusammenpassenden Wochentage. Bahn meldet höhere Nachfrage Die Deutsche Bahn verzeichnet derzeit allerdings vor allem im Fernverkehr eine gestiegene Nachfrage und führt das auf die gestiegenen Spritpreise zurück. "Auch wenn die Nachfrage tageweise stark schwankt, stellen wir fest, dass die Buchungen in den letzten Tagen deutlich über den bisherigen Prognosen liegen", teilte der bundeseigene Konzern mit. "An einzelnen Tagen sogar bis zu zehn Prozent über dem Vorjahr." Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn hingegen sei die Entwicklung schwieriger zu messen – auch, weil dort der Wettbewerb mit anderen Zuganbietern deutlich größer sei als im Fernverkehr. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) teilte mit, für eine bundesweite Einschätzung der Nachfrage im Regionalverkehr infolge von erhöhten Spritpreisen sei es noch zu früh.