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03.06.2026
08:11 Uhr
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Fast jeder dritte Mieter gibt laut Mieterbund mehr als 30 Prozent seines Nettoeinkommens für Wohnkosten aus. Die hohen Kosten für Miete träfen Geringverdiener besonders.

Der Mieterbund sieht bei rund jedem dritten Miethaushalt eine Überlastung durch den Anteil der Miete am Nettoeinkommen. Eine Studie des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) im Auftrag des Deutschen Mieterbunds ergab, dass rund 3,2 Millionen Mieterhaushalte mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens und weitere 3,4 Millionen Mieterhaushalte 30 bis 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Kaltmiete und Heizkosten ausgeben. Damit ist aus Sicht von IWU und Mieterbund jeder dritte Mieterhaushalt – rund 6,6 Millionen von den fast 20 Millionen Mieterhaushalten in Deutschland – überlastet. Haushalte, die zum unteren Einkommensdrittel zählen, seien mit ihren Wohnkosten am »finanziellen Limit«. Dazu gehören laut der Studie 42 Prozent oder 8,3 Millionen der Mieterhaushalte in Deutschland. Sie haben ein Haushaltsnettoeinkommen von im Schnitt 1.417 Euro pro Monat. Besonders betroffen seien die untersten zehn Prozent der Einkommensverteilung. Sie hätten eine durchschnittliche Wohnkostenbelastung von 60 Prozent. Besonders in Großstädten steigen die Mieten Der Anstieg der Mieten treibt die Wohnkostenbelastung vieler Haushalte laut Mieterbund nach oben. Dies betreffe besonders Menschen, die kürzlich umgezogen sind. Mieten in seit 2020 gültigen Verträgen seien im Schnitt gut ein Fünftel höher und Mieterhaushalte hätten mit 33 Prozent eine deutlich höhere Wohnkostenbelastung als Haushalte, die vor 2020 eingezogen sind. Besonders betroffen seien Großstädte. In Berlin lägen die Mieten von Haushalten, die nach 2020 eingezogen sind, durchschnittlich 29 Prozent über dem Schnitt aller Mietverträge. In München seien es 26 und in Frankfurt 25 Prozent. Die Wohnkostenbelastung in Metropolen liege bei über 30 Prozent und bei neuen Mietverträgen über 35 Prozent, sagt der Mieterbund. Mieterbund fordert, Mietpreisspirale zu stoppen Die Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, Melanie Weber-Moritz, sprach von alarmierenden Zahlen. Sie sagte: »Die Bundesregierung muss jetzt Mieterinnen und Mieter vor weiteren Belastungen schützen.« Als Gegenmaßnahme fordert Weber-Moritz, die Spirale immer stärker steigender Mieten zu stoppen. Dazu müsse die Bundesregierung die geplante strengere Ahndung von Mietwucher durchsetzen, die Mietpreisbremse verschärfen und Verstöße mit empfindlichen Bußgeldern ahnden, damit Mieterinnen und Mieter vor illegaler Mietüberhöhung geschützt seien. Die Mietpreisbremse müsse entfristet werden und bundesweit wirken. Auch der Bestand an Sozialwohnungen soll laut Mieterbund bis 2030 von zuletzt 1,1 Millionen auf mindestens zwei Millionen Wohnungen steigen. Es müsse mehr öffentlich geförderte Wohnungen geben, um im Markt »ein dauerhaft preisgebundenes und bezahlbares Segment zu etablieren«. Unterschiede in der Definition der Überlastungsgrenze Die Überlastungsgrenze durch Wohnkosten ist in Deutschland nicht einheitlich festgelegt. Während das IWU und der Mieterbund bei Ausgaben von mehr als 30 Prozent eines Nettoeinkommens für Wohnkosten als Überlastung definieren, setzt das Statistische Bundesamt die Grenze höher an. Es bezeichnet Haushalte erst als überbelastet, wenn sie mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufwenden. Die Statistiker ermittelten für das Jahr 2025 daher auch einen geringeren Anteil von 11,2 Prozent, die von einer Überlastung durch Wohnkosten betroffen waren. Die IWU-Studie beruht auf Daten aus dem letzten vorliegenden Mikrozensus von 2022 zu Einkommen und Mieten. Die Erhebung umfasst ein Prozent der Haushalte in Deutschland (circa 370.000) und ist repräsentativ für die Bevölkerung. Die Daten wurden mit der Verbraucherpreisstatistik und der Lohn- und Einkommensstatistik des Statistischen Bundesamts auf dem letzten verfügbaren Stand von 2024 fortgeschrieben.