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08.03.2026
21:09 Uhr
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Der Münchner Oberbürgermeisterkandidat Dominik Krause und die Grünen feiern das überraschend starke Abschneiden bei der Kommunalwahl. "Es ist ein kleiner Freudentaumel", sagte Krause der Deutschen Presse-Agentur bei der Wahlparty seiner Partei. Zwar habe sich in den vergangenen Wochen schon großer Zuspruch abgezeichnet, dass es so gut laufen würde, sei aber "eine sehr positive Überraschung". Krause lag nach der Auszählung von 1.364 von 1.376 Wahlkreisen bei 29,4 Prozent der Stimmen und damit nahe an Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD), der mit 35,6 Prozent deutliche Verluste hinnehmen musste. Damit kommt es am 22. März zur Stichwahl zwischen Krause und Reiter. Der 35 Jahre alte Krause nannte es "historisch", dass ein Grünen-Kandidat in die Stichwahl um das Münchner Rathaus einzieht. CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner kam nur auf 21,4 Prozent der Stimmen. Und es ist auch eine Wahl zwischen verschiedenen Generationen. "Ich stehe hier als junger Kandidat", sagte Krause und dafür, dass sich etwas bewege in München. Der 67-jährige Reiter, der eine dritte Amtszeit anstrebt, war unter anderem mit dem Slogan "München. Reiter. Passt" angetreten. Es gebe aber einen Wunsch nach Veränderung in der Stadt, betonte Krause, und danach, "dass München schöner wird". Auf die Frage, inwiefern das Verhalten Reiters in den vergangenen Wochen Auswirkungen auf den Erfolg der Grünen hatte, wollte er nicht eingehen. Zwar seien Bürgermeisterwahlen immer auch Personenwahlen, sagte Krause. Es gehe ihm aber - nun auch im Wahlkampf vor der kommenden Stichwahl - um Inhalte. Und das sei bei Dieter Reiter auch so. Reiter war zuletzt wegen seiner Tätigkeit für den FC Bayern und seinem Umgang damit in der Kritik gewesen - unter anderem, weil er Einkünfte aus seinem Amt dort beim Stadtrat nicht angegeben hatte. Zahlen vom Wahlabend deuten darauf hin, dass die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit durchaus große Auswirkungen auf den Ausgang hatten. Reiter hatte demnach bei Briefwählern, die teils schon vor dem Skandal um den FC Bayern abgestimmt hatten, fast neun Prozentpunkte mehr als bei den Wählern an der Urne. Bei den abgegebenen Stimmen am Wahltag selbst lag Krause sogar vor dem Amtsinhaber. Auch Reiter hatte den für ihn "enttäuschenden" Wahlausgang in einer ersten Stellungnahme auf "ein, zwei Fehler" in den vergangenen Wochen zurückgeführt. © dpa-infocom, dpa:260308-930-787403/3