Zeit 02.10.2026
01:18 Uhr

Konflikt in Äthiopien: Äthiopien und Eritrea brechen diplomatische Beziehungen ab


In Äthiopien flammt ein Bürgerkrieg wieder auf. Die Regierung wirft Eritrea die Unterstützung bewaffneter Gruppen vor. Die Nachbarländer führten selbst lange Krieg.

Konflikt in Äthiopien: Äthiopien und Eritrea brechen diplomatische Beziehungen ab
Äthiopien und Eritrea haben ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Die äthiopische Botschaft in Eritreas Hauptstadt Asmara werde geschlossen, teilte die äthiopische Regierung mit. Das eritreische Außenministerium kündigte daraufhin seinerseits den Abbruch »aller diplomatischen Beziehungen mit Äthiopien« an. Äthiopien wirft Eritrea die Unterstützung der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) vor. Eritrea wies die Vorwürfe zurück. Die TPLF hatte Ende September eine Offensive in den Provinzen Amhara und Afar im Nordwesten Äthiopiens gestartet . Mehrere bewaffnete Gruppen hatten zuvor angekündigt, die äthiopische Regierung um Premierminister Abiy Ahmed Ali stürzen zu wollen. Annäherung nach 30 Jahren Krieg Seit 2020 führten TPLF-Kämpfer und die Regierung Äthiopiens einen Bürgerkrieg , der Ende 2022 mit einem Waffenstillstand endete. Die TPLF erkennt das Abkommen inzwischen aber nicht mehr an. Schätzungen zufolge starben bei dem Konflikt etwa 600.000 Menschen. Die beteiligten Kämpfer verübten zahlreiche Menschenrechtsverbrechen in dem ostafrikanischen Land, in dem 130 Millionen Menschen leben. Eritrea hatte damals die äthiopische Regierung im Kampf gegen die TPLF unterstützt, war jedoch nicht am anschließenden Waffenstillstandsabkommen beteiligt. Eritrea hatte sich Anfang der Neunzigerjahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten. Wegen eines Grenzkonflikts führten die beiden Länder am Horn von Afrika von 1998 bis 2000 erneut Krieg gegeneinander. Dabei starben rund 80.000 Menschen. 2018 hatten die beiden Länder wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed Ali erhielt 2019 für seine Bemühungen um eine Annäherung an Eritrea den Friedensnobelpreis.