Zeit 14.03.2026
23:44 Uhr

Kuba : Demonstranten verwüsten Büro von kommunistischer Partei


Viele Kubaner sind wütend über anhaltende Stromausfälle. Proteste sind dennoch selten. Eine Gruppe von Demonstranten hat nun den Sitz der Regierung angegriffen.

Kuba : Demonstranten verwüsten Büro von kommunistischer Partei
Bei einem lokalen Protest gegen Stromausfälle in Kuba haben Demonstranten ein Büro der Kommunistischen Partei verwüstet. Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte am Samstag die Ausschreitungen in Morón. Zugleich räumte er erstmals öffentlich ein, dass es Unzufriedenheit in der Bevölkerung gebe. "Man kann die Unzufriedenheit unserer Bevölkerung angesichts der anhaltenden Stromausfälle verstehen", sagte Díaz-Canel. Mit Blick auf die Unruhen fügte er hinzu: "Was niemals verstanden oder gerechtfertigt werden kann, ist Gewalt." Der Vorfall ereignete sich laut der staatlichen Provinzzeitung Invasor in der Nacht zum Samstag in der Stadt Morón im Zentrum der Insel. Eine kleinere Gruppe habe den Sitz des kommunalen Parteikomitees mit Steinen beworfen und Möbel aus dem Gebäude auf der Straße angezündet. Sie sollen Akten, Computer und Möbel auf die Straße geschleppt und anschließend in Brand gesetzt haben. Videos, die in sozialen Medien verbreitet wurden, sollen die Randale zeigen, konnten jedoch zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Nach Angaben der staatlichen Zeitung Invasor wurden fünf Menschen wegen Vandalismus festgenommen. Der Zeitung zufolge wurden auch Behördengebäude in der Stadt beschädigt. Wirtschaftskrise treibt viele Kubaner um In Kuba gibt es nur selten Demonstrationen . Doch zurzeit befindet sich Kuba – auch wegen der zunehmenden Spannungen mit den USA – in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die Bevölkerung leidet unter hoher Inflation sowie unter Lebensmittel- und Medikamentenknappheit. Seit Ende vergangenen Jahres kam es zudem zu mehreren landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Fast täglich haben die Menschen außerdem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen. Seit einiger Zeit machen viele Kubaner und Kubanerinnen ihrem Unmut Luft, indem sie nachts zu Hause oder auf der Straße auf Töpfe schlagen und so Lärm erzeugen. Bei den letzten Demonstrationen im Jahr 2021, bei denen ebenfalls gegen die schlechten Lebensbedingungen in Kuba protestiert wurde, sind die Protestierenden zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Kuba und USA führen erstmals wieder Gespräche Währenddessen hatte US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Wochen mehrfach einen Regierungswechsel in Kuba in Aussicht gestellt . Er hatte immer wieder angedeutet, dass Kuba nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dem Irankrieg "als Nächstes" auf seiner Agenda stehe. Am Freitag hatte die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur "Lösung von bilateralen Differenzen" bestätig t .