Zeit 19.08.2026
09:11 Uhr

Künstliche Intelligenz: OpenAI kündigt nach KI-Hackerangriff stärkere interne Kontrollen an


Nach einem Hackerangriff durch KI verschiebt OpenAI den Test des KI-Modells Astra. Es soll erneut geprüft, Forschungs- und Trainingssysteme sollen überarbeitet werden.

Künstliche Intelligenz: OpenAI kündigt nach KI-Hackerangriff stärkere interne Kontrollen an
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI​ will nach einem Hackerangriff durch eines seiner eigenen KI-Systeme die Entwicklung seiner Modelle für künstliche Intelligenz (KI) verlangsamen. Demnach verschiebt der Konzern den bisher größten Testlauf eines KI-Modells in seiner Geschichte. Ein Großteil der Arbeiten an Astra, dem nächsten großen Modell des Unternehmens, ist damit vorerst gestoppt . Vorher solle überprüft werden, ob sich das Modell wie geplant verhalte, teilte das Unternehmen mit. Außerdem sollen Forschungs- und Trainingssysteme überarbeitet werden, indem zusätzliche KI-Systeme eingesetzt werden, um ‌die ⁠Aktivitäten der Agenten zu überwachen. Neue KI-Systeme erhöhen den Rechenaufwand Demnach soll ein neues System Einblicke in die internen Prozesse der Modelle ermöglichen. Im Fall von Auffälligkeiten soll innerhalb von 30 Minuten ein Mensch eingeschaltet werden. Wenn dieser nicht binnen einer halben Stunde zu dem Schluss kommt, dass ein falscher Alarm vorliegt, werde die Aktivität gestoppt, teilte OpenAI in einem Blogeintrag. Außerdem sollen die KI-Modelle stärker darauf ausgerichtet werden, nicht zu Mitteln wie der Ausnutzung von Schwachstellen zu greifen, um Testaufgaben zu erfüllen. Die Überwachung der Tests ist für OpenAI jedoch mit erheblichem Rechenaufwand und damit auch hohen Kosten verbunden. Der Konzern rechne mit bis zu 20 Prozent mehr Rechenleistung. OpenAI hat zudem in eigenen Untersuchungen aus dem Jahr 2025 herausgefunden, dass, sobald ein Modell weiß, dass es überwacht wird, es lernen kann, seine Absichten zu verbergen. KI-Agent schaffte es selbständig ins Netz zu kommen Das Unternehmen hatte im Juli bekannt gegeben, dass sich ein KI-Agent während eines Sicherheitstests selbständig mit dem Internet verbunden und einen Hackerangriff auf die Programmierplattform Hugging Face unternommen habe. Es habe sich um einen »nie dagewesenen Cybervorfall« gehandelt, teilte das Unternehmen mit. Der Vorfall ereignete sich laut OpenAI bei einem Testlauf mehrerer leistungsfähiger KI-Modelle. Zwar war zuvor aus Sicherheit der Internetzugang eingeschränkt worden, doch dem Agenten gelang es trotzdem, eigenständig ins Netz zu gelangen und den Hackerangriff zu starten. Nach allem, was bekannt ist, suchte es dabei nur nach einer Lösung für die Testaufgabe und richtete keinen Schaden an. Dabei nutzte die KI von OpenAI anscheinend eine ganze Reihe von Schwachstellen aus, die zum Teil noch unbekannt waren. Alarmierend war vor allem, dass die künstliche Intelligenz dabei völlig eigenständig agierte . OpenAI stellte die Attacke erst später fest. Später wurde zudem bekannt, dass auch Modelle des OpenAI-Rivalen Anthropic und des Facebook-Konzerns Meta bei Tests in Systeme anderer Unternehmen eingedrungen waren. Am 7. August hatte OpenAI bereits angekündigt, die Sicherheitskontrollen für seine leistungsfähigsten Modelle zu verschärfen ‌und alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der noch unveröffentlichten Astra-KI zu pausieren.