Zeit 17.03.2026
12:58 Uhr

Künstliche Intelligenz: Rechenzentrumskapazität in Deutschland soll sich bis 2030 verdoppeln


Die Bundesregierung will den Ausbau von Rechenzentren vorantreiben. Schon bis 2030 soll die Kapazität verdoppelt werden, für KI-Anwendungen sogar vervierfacht.

Künstliche Intelligenz: Rechenzentrumskapazität in Deutschland soll sich bis 2030 verdoppeln
Bis 2030 soll die Kapazität von Rechenzentren in Deutschland verdoppelt werden. Das sei das Ziel der Rechenzentrumsstrategie, die vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). Die Kapazität von Rechenzentren, die auf KI-Anwendungen ausgelegt sind, soll sich demnach sogar vervierfachen. "Damit wollen wir im Rennen bleiben, um in Europa weiterhin zu führen, aber eben auch international sehr attraktiv zu bleiben", sagte Wildberger. Hintergrund ist der rasant wachsende weltweite Bedarf an Rechenleistung . Diese wird vorwiegend durch datenintensive KI-Anwendungen, Clouddienste und die voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft angetrieben. Um Deutschland als führenden, souveränen Datenstandort in Europa zu etablieren, hat das Digitalministerium eigenen Angaben zufolge deshalb ein Paket aus insgesamt 28 Maßnahmen geschnürt. Abhängigkeit von US-Anbietern soll verringert werden Beispielhaft für die Maßnahmen nannte Wildberger die Festlegung, dass Gewerbesteuern künftig dort anfallen sollten, wo das Rechenzentrum steht, und nicht dort, wo das betreibende Unternehmen ansässig ist. Zudem sollen Planung und Genehmigung neuer Rechenzentren deutlich vereinfacht und Freiflächen für Investoren ‌gesucht werden. Außerdem sollen Rechenzentren bald zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Um zusätzlich die Abwärme der Server für kommunale Wärmenetze nutzbar zu machen, will sich die Regierung auf EU-Ebene dafür einsetzen, die kostenlose Abgabe von Abwärme steuerfrei zu stellen. Das Strategiepapier sieht zudem vor, die Abhängigkeit von strategisch wichtigen nicht europäischen Unternehmen wie Amazon AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen bevorzugt vor allem deutsche und europäische Unternehmen die neuen Kapazitäten aufbauen. Zugleich betonte Wildberger, bislang sei Deutschland der größte Rechenzentrumsmarkt in Europa. Insbesondere mit Blick in die USA habe die Bundesrepublik zwar einen "besonderen Nachholbedarf". Aber die Rechenzentrumsstrategie schaffe nun eine wichtige Voraussetzung und Grundlage, auf die aufgebaut werden könne.