Zeit 04.10.2026
19:36 Uhr

Niedrigwasser: Pegelstand des Bodensees sinkt unter 2,50 Meter


Für diese Jahreszeit ist der Pegelstand des Sees im Alpenvorland extrem gering. Dazu beigetragen haben monatelang geringe Niederschläge und hohe Verdunstung im Sommer.

Niedrigwasser: Pegelstand des Bodensees sinkt unter 2,50 Meter
Der Bodensee -Pegelstand ist unter die Marke von 2,50 Metern gefallen. Am Pegel Konstanz wurden am Wochenende 2,49 Meter gemessen. Der Wasserstand liegt derzeit auf einem für die Jahreszeit extrem niedrigen Niveau. Gründe sind laut der Landesanstalt für Umwelt zum einen fehlendes Schmelzwasser nach einem schneearmen Winter sowie die monatelang geringen Niederschläge und eine hohe Verdunstung während des warmen Sommers. Die Landesanstalt für Umwelt rechnet in den kommenden Wochen aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des natürlichen Jahresrhythmus der Bodensee-Wasserstände tendenziell mit einem weiteren Absinken. Die niedrigsten Wasserstände erreicht der Bodensee üblicherweise erst im Winter. In der zweiten Jahreshälfte gelangt weniger Wasser in den See. Im Spätsommer gehen die Zuflüsse zurück. Ein großer Teil des Niederschlags fällt im Herbst und Winter als Schnee. Wegen des niedrigen Wasserstandes wurde der Schiffsverkehr in einem Teil des Bodensees bereits eingestellt. Die Bodensee-Schiffsbetriebe im Untersee (Radolfzell, Iznang, Mannenbach und Reichenau) hätten bis auf Weiteres den Verkehr eingestellt, teilten die Stadtwerke Konstanz mit. Auch in anderen Gewässern in Deutschland gab es wegen des trockenen Wetters zuletzt Einschränkungen für Touristen- und Cargoschiffe. Vor allem die Schifffahrt auf dem Rhein war betroffen. Schneider ruft zu Umdenken im Umgang mit Wasser in Deutschland auf Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte, die Lage am Rhein und am Bodensee sei eine dramatische Belastung für Natur und Wirtschaft. Sie sei aber nur sichtbares Zeichen einer größeren Entwicklung. Er rief zu einem Umdenken beim Umgang mit Wasser in Deutschland auf. »Die Zeiten, in denen wir uns in Deutschland über Wasser keine Gedanken machen mussten, sind endgültig vorbei. Deutschland braucht einen anderen Umgang mit Wasser«, sagte der Minister dem Kölner Stadt-Anzeiger. Zu Wochenbeginn und auch am kommenden Donnerstag ist laut einem Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) mit »nennenswertem, reichlichem Regen« zu rechnen. Ob die Niederschläge die Pegelstände am Bodensee wieder steigen lassen, ist nach Angaben des DWD-Meteorologen allerdings bislang nicht abschätzbar.