Zeit 23.09.2026
13:46 Uhr

OECD-Prognose: OECD hebt Konjunkturprognose für deutsche Wirtschaft leicht


Die deutsche Wirtschaft könnte sich laut OECD besser entwickeln als zuletzt geschätzt. Diese Prognose unterliege allerdings einer hohen Unsicherheit.

OECD-Prognose: OECD hebt Konjunkturprognose für deutsche Wirtschaft leicht
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( OECD ) geht wieder von einem stärkeren Wirtschaftsaufschwung in Deutschland in diesem Jahr aus. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den jüngsten Wirtschaftsausblick der Organisation. Demnach geht die OECD von einem Wachstum von 1,1 Prozent für die deutsche Wirtschaft aus. Die Schätzung liegt damit 0,4 Prozentpunkte höher als in ihrer letzten Schätzung im Juni. Für das kommende Jahr rechnet die OECD für Deutschlands Wirtschaft unverändert mit einem Plus von ebenfalls 1,1 Prozent. Auch im Euroraum und mit Blick auf die Weltwirtschaft hat die OECD ihre Prognosen für dieses Jahr leicht angehoben. Sie geht von 1,0 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent Zuwachs aus. Ihren Ausblick für das kommende Jahr hat sie jedoch im Vergleich zu Juni leicht gesenkt. Hier geht sie in ihrer aktuellen Schätzung von 1,0 Prozent beziehungsweise 3,0 Prozent aus. Wirtschaftliche Entwicklung unsicher durch Konflikte und Klimaphänomene Trotz der wirtschaftlichen Folgen durch den Konflikt in der Golfregion sei das Wachstum in der ersten Jahreshälfte in vielen Ländern robust geblieben. Grund dafür ist laut OECD, dass große Ölvorräte, Lieferungen von außerhalb der Golfstaaten und staatliche Unterstützungsmaßnahmen die Folgen abgefedert hätten. Die weitere Entwicklung sei allerdings von vielen Unsicherheiten geprägt. Neben der Frage, ob es zu einer Lösung des Konflikts kommt, spielen Zölle und Ausfuhrbegrenzungen, aber auch mögliche Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño und die Rentabilität von Investitionen in KI eine Rolle. Der Irankrieg wirkt sich massiv auf die globalen Energiepreise aus. Der Ölpreis wird durch die Blockaden und Angriffe auf Handelsschiffe in der für den globalen Erdöltransport wichtigen Straße von Hormus beeinflusst. Eine Normalisierung des Energiemarkts könnte den Druck der Inflation senken, erneute Störungen hingegen das Wachstum dämpfen. Auch ein starker El Niño könnte mit Lieferengpässen und hohen Lebensmittelkosten einhergehen. Weitere Einflussfaktoren für die deutsche Wirtschaft Zu den Faktoren, die die Prognose für die deutsche Wirtschaft abgefedert hätten, gehörten unter anderem steigende Exporte im ersten Halbjahr 2026. Diese seien überraschend stark gestiegen, sagte der OECD-Experte für Deutschland, Robert Grundke, der Nachrichtenagentur Reuters. Zum einen steige die Nachfrage nach elektronischen Produkten und Ausrüstungen aus Deutschland für die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI), aber auch die steigenden öffentlichen Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur hätten zur konjunkturellen Erholung beigetragen. Die OECD geht laut Grundke davon aus, dass die Nachfrage nach deutschen Produkten für KI-Infrastruktur hoch bleibt. Reformen im Bereich der öffentlichen Vergabe und der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte könnten das Wachstum zudem auch in Zukunft unterstützen. Die in Paris ansässige OECD vereint Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben großen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch Schwellenländer wie Mexiko und Chile Mitglied. Insgesamt gehören 38 Staaten der OECD an. Die Fachleute der Organisation erarbeiten unter anderem regelmäßig Konjunkturprognosen und sind für den weltweit größten Schulleistungstest Pisa verantwortlich.